Die Über-uns-Seite ist in vielen Galabau-Betrieben die Seite, um die sich niemand kümmert. Sie entsteht am Ende des Website-Projekts, wenn die Leistungen stehen und die Referenzen sortiert sind, und sie wird mit dem gefüllt, was gerade zur Hand ist: ein Satz über die Leidenschaft für das Grün, ein Foto vom Firmenschild, ein Absatz über Qualität und Zuverlässigkeit. In den Zugriffszahlen steht sie trotzdem regelmäßig weit vorn, meistens direkt hinter der Startseite und der Leistungsübersicht (Projekterfahrung). Der Grund dafür ist einfach: Wer einen Garten anlegen lässt, gibt eine Summe aus, die in der Größenordnung einer Küche oder eines Fahrzeugs liegt, und lässt dafür fremde Menschen wochenlang auf das eigene Grundstück. Bevor jemand das tut, will er wissen, mit wem er es zu tun bekommt. Genau diese Frage beantwortet die Über-uns-Seite — oder sie beantwortet sie eben nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Über-uns-Seite wird von Menschen gelesen, die kurz vor der Anfrage stehen und prüfen wollen, ob der Betrieb zu ihrem Vorhaben passt — sie ist damit eine Verkaufsseite und kein Steckbrief am Ende der Navigation.
- Sechs Angaben tragen die Seite: Gründungsjahr und Führung, Anzahl der Beschäftigten, Gewerke in Eigenleistung, Gewerke mit Partnerbetrieben, Ausbildung und Qualifikation sowie Maschinenpark, Hof und Einsatzgebiet.
- Wer einzelne Gewerke mit Partnerbetrieben abdeckt, sollte das benennen: Die Angabe kostet selten einen Auftrag, verhindert aber Rückfragen und den späteren Vorwurf, ein Vorhaben sei ohne Hinweis weitergegeben worden.
- Ausbildungsbetriebe schreiben das auf die Seite: Die Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau dauert drei Jahre (BGL), und wer ausbildet, belegt damit Fachaufsicht und Kontinuität ohne ein einziges Adjektiv.
- Floskeln über Leidenschaft, Qualität und Zuverlässigkeit lassen sich weder nachfragen noch widerlegen; ersetzt man jede davon durch eine prüfbare Angabe, wird die Seite kürzer und zugleich belastbarer.
Warum die Über-uns-Seite im Galabau mitverkauft
Im Garten- und Landschaftsbau wird selten ein Produkt gekauft, sondern eine Zusage: Jemand verspricht, in acht Wochen eine Fläche zu verwandeln, die vorher als Rasen, Schotter oder Baustelle dalag. Was der Kunde bis zur Abnahme in der Hand hat, ist ein Angebot und ein Eindruck. Die Referenzbilder zeigen, was der Betrieb kann. Die Leistungsseiten zeigen, was er anbietet. Die Über-uns-Seite ist die einzige Stelle, an der steht, wer dahintersteht — und sie wird genau deshalb aufgerufen, kurz bevor jemand das Formular ausfüllt oder zum Telefon greift.
Diese Leser haben eine konkrete Frage im Kopf, auch wenn sie sie nie so formulieren würden: Ist dieser Betrieb groß genug für mein Vorhaben und klein genug, dass ich nicht der unwichtigste Auftrag des Jahres bin? Ein Hausbesitzer mit einer Terrasse von vierzig Quadratmetern und eine Hausverwaltung mit sechs Objekten in der Grünpflege stellen dieselbe Frage mit umgekehrtem Vorzeichen. Beide finden die Antwort nicht in Adjektiven, sondern in Zahlen und Gewerken. Wer die Seite so schreibt, dass beide Gruppen sich einordnen können, spart sich einen Teil der Gespräche, die sonst nach fünf Minuten mit einem freundlichen Nein enden.
Es gibt eine zweite Lesergruppe, die häufig übersehen wird: Bewerber. Wer eine Stelle als Landschaftsgärtner oder Vorarbeiter sucht, liest die Über-uns-Seite genauso aufmerksam wie ein Auftraggeber, nur mit anderen Fragen — Betriebsgröße, Kolonnenstärke, Maschinen, Ausbildung, wie lange die Leute bleiben. Eine Seite, die diese Angaben enthält, arbeitet damit auch für die Stellenanzeigen mit, ohne dass ein zweiter Text geschrieben werden muss. Das ist einer der Gründe, warum sich der Aufwand für diese eine Seite mehr lohnt als für die meisten anderen.
Gründung und Führung
Seit wann gibt es den Betrieb, wer führt ihn heute, in welcher Generation. Ein Jahr und ein Name genügen; die vollständige Chronik interessiert niemanden.
Größe des Betriebs
Beschäftigte, Auszubildende, Anzahl der Kolonnen. Diese Zahl ordnet den Betrieb ein und beantwortet die Frage nach der passenden Auftragsgröße im Vorbeigehen.
Gewerke in Eigenleistung
Was mit eigenen Leuten ausgeführt wird, namentlich aufgezählt: Pflaster, Mauern, Zäune, Teiche, Pflanzung, Rasen, Pflege, Winterdienst.
Partnerbetriebe
Was regelmäßig mit festen Partnern erledigt wird — Elektro, Statik, Schwimmteichtechnik, Bohrungen. Offen benannt statt später erklärt.
Ausbildung und Nachweise
Meisterbetrieb, Ausbildungsbetrieb, Sachkundenachweise, Fachagrarwirt Baumpflege. Nur, was tatsächlich vorliegt und benannt werden darf.
Maschinen, Hof, Gebiet
Fuhrpark grob, Betriebshof, Lagerfläche und der Radius, in dem gearbeitet wird. Drei Sätze, die den Betrieb greifbar machen.
Seit wann und von wem: Betriebsgeschichte ohne Chronik
Das Gründungsjahr ist die einfachste vertrauensbildende Angabe, die eine Website hat, und sie fehlt erstaunlich oft. Sie funktioniert in beide Richtungen. Ein Betrieb, den es seit den achtziger Jahren gibt, belegt damit, dass er Krisen, Preissprünge und Generationenwechsel überstanden hat. Ein Betrieb, der vor vier Jahren gegründet wurde, belegt mit derselben Angabe etwas anderes: dass die Inhaberin oder der Inhaber vorher irgendwo gelernt und gearbeitet hat, und genau das gehört dann in den Satz dahinter. Verschweigen hilft in keinem der beiden Fälle, denn die Frage kommt ohnehin — nur später und mündlich.
Was nicht auf die Seite gehört, ist die vollständige Firmenchronik mit Jahreszahlen für jeden Hallenanbau. Solche Zeitleisten sind ein Beliebtheitsklassiker in Website-Vorlagen und werden nachweislich selten zu Ende gelesen. Drei bis vier Sätze reichen: wann gegründet, von wem, wer heute führt, was sich seitdem grundlegend geändert hat. Der Generationenwechsel ist dabei die einzige Station, die in aller Regel erwähnenswert ist, weil sie zwei Dinge gleichzeitig belegt — Kontinuität und die Tatsache, dass jemand den Betrieb für zukunftsfähig genug hielt, ihn zu übernehmen.
Wichtiger als die Jahreszahl ist die Person. Ein Name mit Funktion und ein Bild vom Menschen, nicht vom Firmenschild: Das ist der Unterschied zwischen einer Firma und einem Ansprechpartner. Wer davor zurückschreckt, kann sich an einem einfachen Test orientieren — würden Sie diesem Betrieb einen Schlüssel für das Gartentor geben, wenn Sie nur die Website kennen? Ohne ein Gesicht und einen Namen fällt die Antwort schwer. Für die Bildauswahl gelten dabei dieselben Regeln wie für den Rest der Seite; was dabei zu beachten ist, steht in unserem Beitrag zu Fotos für die Galabau-Website.
Kein Gründungsjahr? Dann die Erfahrung
Wie viele Leute: die Zahl, die niemand nennen möchte
Die Anzahl der Beschäftigten ist die Angabe, um die am meisten herumgeredet wird. Kleine Betriebe fürchten, zu klein zu wirken, größere fürchten, unpersönlich zu wirken, und beide behelfen sich mit Formulierungen wie „ein eingespieltes Team“ oder „unsere erfahrene Mannschaft“. Das Ergebnis ist, dass niemand etwas erfährt und die Frage im Erstgespräch trotzdem gestellt wird. Dabei ist die Zahl selbst neutral: Sie sagt nichts über Qualität, sondern nur über Kapazität — und Kapazität ist genau das, was Auftraggeber einordnen wollen.
Eine Zahl allein wirkt allerdings nüchtern. Besser ist die Zahl mit ihrer Aufteilung: wie viele Beschäftigte insgesamt, wie viele davon in der Ausführung, wie viele Auszubildende, wie viele Kolonnen gleichzeitig unterwegs sind. Für einen Auftraggeber ist die Kolonnenzahl aussagekräftiger als die Kopfzahl, denn sie beantwortet die eigentliche Frage: Wie viele Baustellen laufen parallel und wie schnell bin ich dran? Wer zusätzlich schreibt, dass Baustellen in der Regel bis zur Fertigstellung von derselben Kolonne betreut werden, nimmt eine der häufigsten Sorgen vorweg.
Ein kleiner Betrieb muss sich für seine Größe nicht entschuldigen — er muss sie nur in eine Aussage übersetzen. Drei Leute, eine Baustelle zur Zeit, der Chef ist täglich vor Ort ist ein Verkaufsargument, kein Eingeständnis. Umgekehrt gilt für den Betrieb mit fünfzig Beschäftigten, dass er die Sorge vor Anonymität ausräumen sollte: fester Ansprechpartner, benannter Bauleiter, eine Telefonnummer, die nicht in der Zentrale endet. In beiden Fällen entsteht die Wirkung nicht aus der Zahl, sondern aus dem Satz, der ihr folgt.
| Übliche Formulierung | Was sie belegt | Tragfähige Fassung |
|---|---|---|
| Ein eingespieltes Team aus Profis | Nichts — jeder Betrieb würde das schreiben | Vierzehn Beschäftigte, drei Kolonnen, zwei Auszubildende |
| Langjährige Erfahrung im Galabau | Nichts Prüfbares, kein Zeitraum | Gegründet 1994, seit 2019 in zweiter Generation geführt |
| Alles aus einer Hand | Verdeckt, was zugekauft wird | Pflaster, Mauern und Pflanzung selbst; Elektro und Statik mit festen Partnern |
| Modernster Maschinenpark | Superlativ ohne Inhalt | Zwei Minibagger, Radlader, Kipper, Rüttelplatten, eigener Anhängerpark |
| Höchste Qualität und Zuverlässigkeit | Selbstlob, nicht nachprüfbar | Meisterbetrieb, Ausbildungsbetrieb, Abnahme mit Protokoll und Pflegehinweisen |
| Wir sind in der ganzen Region tätig | Kein Gebiet, keine Entfernung | Umkreis von etwa vierzig Kilometern um den Betriebshof, Orte benannt |
Eigenleistung und Partner sauber trennen
„Alles aus einer Hand“ ist der meistgeschriebene Satz auf Galabau-Websites und zugleich der, der am häufigsten Ärger erzeugt. Kaum ein Betrieb führt tatsächlich jedes Gewerk selbst aus: Der Elektroanschluss für die Gartenbeleuchtung braucht eine Fachkraft, die Stützmauer über einer bestimmten Höhe eine Statik, die Schwimmteichtechnik einen Spezialisten, der Baumschnitt in der Krone einen Fachagrarwirt mit Seilklettertechnik. Das ist völlig normal und in vielen Fällen sogar die bessere Lösung. Zum Problem wird es erst, wenn der Kunde am dritten Bautag den fremden Transporter in der Einfahrt stehen sieht und niemand ihn darauf vorbereitet hat.
Die Über-uns-Seite ist der richtige Ort für diese Abgrenzung, weil sie dort nicht als Einschränkung wirkt, sondern als Ordnung. Zwei Listen genügen: Was wir mit eigenen Leuten ausführen. Womit wir feste Partnerbetriebe beauftragen. Der zweite Punkt lässt sich mit einem Satz aufwerten, der beschreibt, wie lange die Zusammenarbeit schon läuft und wer die Koordination übernimmt — nämlich Sie. Damit ist die Kernsorge ausgeräumt: Der Kunde will keinen Betrieb, der alles selbst macht, er will einen Ansprechpartner für alles.
Diese Trennung hat einen zweiten Nutzen, der oft übersehen wird: Sie schützt vor Anfragen, die nicht passen. Wer sauber schreibt, dass die Grünpflege im Objekt mit eigenen Kolonnen läuft, Erdarbeiten größeren Umfangs aber mit einem Tiefbaupartner, bekommt weniger Ausschreibungen auf den Tisch, die er ohnehin ablehnen müsste. Und wer bestimmte Gewerke gar nicht anbietet, schreibt das ebenfalls hin. Ein klarer Satz über das, was nicht gemacht wird, kostet zwei Zeilen und spart über das Jahr eine erhebliche Anzahl an Telefonaten.
- Gewerke in Eigenleistung namentlich aufzählen, nicht als Oberbegriff „Garten- und Landschaftsbau“
- Partnergewerke benennen und dazuschreiben, wer die Koordination und die Gewährleistung übernimmt
- Gewerke nennen, die der Betrieb ausdrücklich nicht anbietet, etwa Poolbau oder Zimmererarbeiten
- Auftragsgrößen andeuten: kleinste sinnvolle Maßnahme und typischer Umfang eines Projekts
- Einsatzgebiet mit Radius und drei bis fünf Orten benennen, statt „in der ganzen Region“
- Auf die zugehörigen Leistungsseiten verlinken, damit die Über-uns-Seite kurz bleiben kann
- Jede Angabe darauf prüfen, ob sie im Erstgespräch belegt werden könnte
Ausbildung und Qualifikation als stiller Beleg
Die Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau dauert in der Regel drei Jahre (BGL) und endet mit einer Gesellenprüfung; darauf können der Meister, der Techniker oder der Fachagrarwirt aufbauen. Diese Abschlüsse sind für die Branche selbstverständlich und für Auftraggeber alles andere als das. Wer sie auf der Über-uns-Seite benennt, liefert einen Beleg, der ohne Adjektive auskommt: Ein Meisterbetrieb ist eine Tatsache, „höchste Qualität“ ist eine Behauptung. Dasselbe gilt für Sachkundenachweise, etwa im Pflanzenschutz, oder für Nachweise in der Baumpflege und im Seilklettern.
Besonders wirksam ist die Angabe, dass der Betrieb ausbildet. Sie belegt gleich mehreres, ohne dass es ausgesprochen werden muss: dass jemand im Betrieb die fachliche Eignung besitzt, dass es genug Arbeit für eine mehrjährige Bindung gibt und dass der Betrieb länger plant als bis zum Saisonende. Für Bewerber ist es ohnehin eine der ersten Fragen. Ein Satz über die Zahl der Auszubildenden und darüber, wie viele von ihnen nach der Prüfung geblieben sind, ist deshalb mehr wert als ein Absatz über Teamgeist — vorausgesetzt, die Zahl stimmt und wird jährlich nachgezogen.
Vorsicht ist bei allem geboten, was nach geschützter Bezeichnung klingt. Nur wer die Voraussetzungen tatsächlich erfüllt, darf sich Meisterbetrieb nennen; Mitgliedschaften in Verbänden gehören mit dem korrekten Namen und ohne Ausschmückung hin, und Zertifikate mit Gültigkeitsdatum brauchen eine Pflege, sonst stehen sie irgendwann abgelaufen auf der Seite. Rechtliche Feinheiten der Werbung mit Qualifikationen lassen sich hier nicht abschließend behandeln; im Zweifel ist die Prüfung des Einzelfalls sinnvoll, bevor eine Bezeichnung dauerhaft auf der Website steht.
Die Regel für jeden Satz auf dieser Seite
Maschinenpark, Hof und was die Bilder zeigen sollen
Der Maschinenpark gehört auf die Seite, aber grob und ohne Datenblatt. Niemand außerhalb der Branche interessiert sich für Typenbezeichnungen; interessant ist die Aussage dahinter, nämlich dass der Betrieb die Ausrüstung besitzt, um ein Vorhaben in einer bestimmten Größenordnung ohne Mietgerät und ohne Wartezeit auszuführen. Zwei Minibagger, ein Radlader, Kipper, Rüttelplatten, ein eigener Anhängerpark, ein Schredder für den Grünschnitt: Diese Aufzählung sagt einem Hausbesitzer mehr über die Machbarkeit seiner Terrasse als jedes Versprechen. Für Winterdienst oder Grünpflege im Objekt gilt dasselbe mit anderen Geräten.
Bilder vom Betriebshof sind der unterschätzteste Bildtyp im Galabau. Referenzfotos zeigen fertige Gärten, und fertige Gärten sehen bei allen Betrieben gut aus. Der eigene Hof zeigt etwas, das sich nicht kopieren lässt: Ordnung, Fuhrpark, Lager, Materialboxen, beschriftete Fahrzeuge, Leute in Arbeitskleidung. Drei bis fünf solcher Aufnahmen ersetzen einen halben Absatz Text. Sie müssen nicht aufwendig sein, aber sie müssen echt sein — Bildmaterial aus fremden Quellen fällt auf, sobald jemand vor Ort steht, und beschädigt genau das Vertrauen, das die Seite aufbauen soll.
Ein guter Zeitpunkt für diese Aufnahmen ist ein trockener Vormittag im Winter oder ein Samstag vor Saisonbeginn, wenn die Fahrzeuge auf dem Hof stehen und geputzt sind. Wer die Bilder mit dem Telefon macht, achtet auf gleichmäßiges Licht, gerade Linien und darauf, dass keine Kennzeichen und keine unbeteiligten Personen erkennbar sind. Passend dazu lohnt es sich, die vorhandenen Projektbilder in derselben Runde zu sichten und die Referenzgalerie zu aktualisieren, damit beide Seiten denselben Stand des Betriebs zeigen.
Eine Über-uns-Seite ist gut, wenn ein Kunde nach dem Lesen nicht mehr fragen muss, wie groß der Betrieb ist und wer die Arbeit ausführt.
Floskeln, die nichts tragen — und was stattdessen dasteht
„Mit Leidenschaft für das Grün“, „Der Kunde steht bei uns im Mittelpunkt“, „Qualität aus Meisterhand“, „Wir leben Ihren Garten“: Diese Sätze stehen auf vielen Seiten, und sie haben eine Gemeinsamkeit — man kann sie weder nachprüfen noch bestreiten. Genau deshalb bleiben sie wirkungslos. Ein Satz, der auf jeden Betrieb der Branche zutrifft, unterscheidet keinen von ihnen. Er kostet trotzdem Platz und, was schwerer wiegt, er verdrängt die Angabe, die an dieser Stelle hätte stehen können.
Der Austausch ist mechanischer, als er klingt. Zu jeder Floskel gibt es eine prüfbare Entsprechung. Aus „wir arbeiten sauber“ wird der Satz, dass die Baustelle täglich besenrein verlassen wird und Materiallagerflächen vorher abgestimmt werden. Aus „wir sind zuverlässig“ wird die Angabe, dass Termine schriftlich bestätigt werden und Verzögerungen am selben Tag mitgeteilt werden. Aus „faire Preise“ wird die Beschreibung, wie ein Angebot aufgebaut ist: nach Positionen, mit Mengen, mit ausgewiesenen Nebenkosten. Jede dieser Fassungen ist länger und trotzdem schneller gelesen, weil sie neu ist.
Es gibt eine Ausnahme, in der Persönliches auf die Seite gehört: wenn es eine Entscheidung erklärt. Wer schreibt, dass der Betrieb aus einem Nebenerwerb entstanden ist, weil im Dorf niemand mehr Gehölzschnitt gemacht hat, erzählt etwas Prüfbares und Konkretes. Wer schreibt, dass er sich auf Natursteinarbeiten spezialisiert hat, weil ihm die Sortenvielfalt beim Vorgänger gefehlt hat, ebenfalls. Persönlich ist nicht dasselbe wie schwärmerisch — persönlich heißt, dass ein bestimmter Mensch eine bestimmte Entscheidung getroffen hat, und das lässt sich erzählen, ohne ein einziges Superlativ zu verwenden.
Über uns
1 Der Betrieb in vier Sätzen Gründung, Führung, Sitz, Einsatzgebiet
2 Zahlen zum Betrieb Beschäftigte, Auszubildende, Kolonnen
3 Was wir selbst ausführen Gewerke namentlich, Verweis auf Leistungsseiten
4 Wofür wir Partner holen Elektro, Statik, Schwimmteichtechnik, Seilklettern
5 Ausbildung und Nachweise Meister, Ausbildungsbetrieb, Sachkunde
6 Hof, Lager und Maschinen drei bis fünf echte Fotos, keine Fremdbilder
7 Die Menschen Name, Aufgabe, seit wann im Betrieb
8 Weiter zu Referenzen, Leistungen, StellenangeboteAufbau, Reihenfolge und Länge der Seite
Die Reihenfolge folgt der Neugier des Lesers, nicht der Betriebsgeschichte. Ganz oben stehen die Angaben, die einordnen: Gründung, Sitz, Größe, Einsatzgebiet. Danach kommt die Abgrenzung zwischen Eigenleistung und Partnern, weil sich daraus die praktische Frage beantwortet, wer auf dem Grundstück arbeitet. Es folgen Ausbildung und Nachweise, dann Hof und Maschinen, dann die Menschen. Zum Schluss stehen die Wege weiter — zu den Referenzen, zu den Leistungen, zu den offenen Stellen. Wer diese Reihenfolge einhält, kann die Seite fast beliebig lang machen, ohne dass sie mühsam wird, weil jeder Abschnitt eine eigene Frage beantwortet.
Zur Länge: Eine Über-uns-Seite, die man auf dem Telefon in unter zwei Minuten überfliegen kann, ist meistens zu dünn; eine, für die man scrollt, bis der Daumen müde wird, ist zu lang. Praktikabel sind sechs bis acht kurze Abschnitte mit Zwischenüberschriften, die für sich lesbar sind. Der Grund ist das Leseverhalten: Die meisten Anfragen im Galabau entstehen abends auf dem Telefon, und dort wird gescannt, nicht gelesen. Zwischenüberschriften, die eine Aussage enthalten, tragen die Seite auch für jemanden, der nur den Daumen bewegt.
Angaben sammeln, bevor getextet wird
Gründungsjahr, Beschäftigtenzahl, Auszubildende, Kolonnen, Gewerke selbst und mit Partnern, Nachweise, Fuhrpark, Radius. Diese Liste entsteht in zwanzig Minuten und ist die eigentliche Arbeit an der Seite.
Zu jeder Angabe einen Satz schreiben
Ein Satz pro Angabe, ohne Adjektive. Erst wenn alle Sätze stehen, wird geprüft, welche zusammengehören und in welcher Reihenfolge sie gelesen werden sollen.
Floskeln streichen und ersetzen
Jeden Satz gegen die Frage halten, ob ein Mitbewerber ihn genauso schreiben könnte. Wenn ja: streichen oder durch die prüfbare Entsprechung ersetzen.
Bilder vom Hof und vom Team ergänzen
Drei bis fünf eigene Aufnahmen von Hof, Fuhrpark und Menschen. Für Personen liegt eine Einwilligung vor, Kennzeichen und Unbeteiligte bleiben außen vor.
Verweise setzen und Seite schließen
Am Ende führen Verweise zu Referenzen, Leistungen und Stellenangeboten. Die Über-uns-Seite muss nichts verkaufen, sie muss den nächsten Schritt möglich machen.
Einmal im Jahr nachziehen, sonst veraltet sie leise
Die Über-uns-Seite ist die Seite mit der höchsten Verfallsgeschwindigkeit, weil sie fast ausschließlich aus Angaben besteht, die sich ändern. Die Beschäftigtenzahl stimmt nach zwei Einstellungen nicht mehr, der Auszubildende von damals ist heute Vorarbeiter, der alte Radlader ist verkauft, ein Partnerbetrieb hat aufgehört. Nichts davon ist dramatisch, aber in der Summe entsteht eine Seite, die den Betrieb von vor vier Jahren beschreibt — und das merkt ein Kunde spätestens beim Ortstermin, wenn die Fahrzeuge auf dem Hof andere sind als auf den Bildern.
Ein Prüfabstand von zwölf Monaten reicht aus, und der beste Termin dafür liegt im Winter, wenn ohnehin Angebote geschrieben und Zahlen sortiert werden (Projekterfahrung). Der Durchgang dauert eine knappe halbe Stunde: Zahlen aktualisieren, ausgeschiedene Personen entfernen, neue Nachweise ergänzen, Fuhrpark durchsehen, Bilder auf Aktualität prüfen. Wer die Seite ohnehin im Rahmen der laufenden Pflege betreuen lässt, kann diesen Punkt fest in den Jahresablauf legen, statt ihn jedes Mal neu zu erinnern.
Zum Schluss ein Hinweis auf die Wirkungsrichtung: Die Über-uns-Seite verkauft nichts allein. Sie entlastet die Seiten, die verkaufen. Wenn dort steht, wer der Betrieb ist, muss die Leistungsseite es nicht andeuten und das Erstgespräch es nicht erklären. Ein Betrieb wie Viktor Waldbauer Garten- und Landschaftsbau aus Nordstemmen, der von Sandplatten über Terrassen und Zisternen bis zu kompletten Gartenanlagen arbeitet, macht damit vor allem eines deutlich: dass die Bandbreite der eigenen Arbeit auf der Website benannt sein sollte, weil sie sonst niemand kennt. Wie sich das mit dem übrigen Seitenaufbau verzahnt, beschreibt unser Überblick zur Galabau-Website.