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Referenzgalerie statt Textwüste
Sichtbarkeit und Bilder

Vorher-Nachher richtig zeigen: Bilder, die überzeugen

Gleicher Standpunkt, gleiche Brennweite, ähnliches Licht: So werden Vorher-Nachher-Bilder im Galabau vergleichbar — und was noch geht, wenn das Vorher-Bild fehlt.

13 Min. Lesezeit Vorher-NachherBaustellenfotosReferenzenGalabau-WebsiteBildkonzept

Kaum ein Gewerk kann seine Arbeit so unmittelbar zeigen wie der Garten- und Landschaftsbau. Ein zugewachsener Hang, ein rissiger Plattenweg, eine Hoffläche voller Pfützen — und daneben das Ergebnis nach vier Wochen Arbeit. Kein Leistungstext erklärt einem Bauherrn so schnell, was Ihr Betrieb kann. Genau deshalb steht auf fast jeder Galabau-Website eine Vorher-Nachher-Strecke, und genau deshalb fällt so oft auf, wenn sie handwerklich danebengeht: Das Vorher-Bild ist quer aus dem Fahrzeug heraus entstanden, das Nachher-Bild vom Nachbargrundstück aus im Abendlicht, der Ausschnitt passt nicht, die Jahreszeit sowieso nicht. Der Betrachter sieht dann zwei Bilder, aber keinen Vergleich. Dieser Beitrag beschreibt, was ein Bildpaar vergleichbar macht, welche vier Regeln dafür genügen, wie Sie den Standpunkt im Betrieb festhalten und was noch geht, wenn das Vorher-Bild schlicht fehlt.

Ein Bildpaar vergleichbar machen: vier feste RegelnVorher — 14. März, 10 UhrSchotter und RasenresteNachher — 12. September, 10 UhrPflasterfläche mit RandeinfassungGleicher Standpunkt, gleiche Brennweite, gleiche Uhrzeit1 Standpunktdieselbe Stelle, markiert2 Brennweitekein Zoom, kein Weitwinkel3 Lichtähnliche Tageszeit4 Jahreszeitwo möglich derselbe MonatWas den Vergleich entwertetVorher im Regen, Nachher in der Sonneanderer Standpunkt, engerer Ausschnittnur das Nachher nachbearbeitetFehlt das Vorher-Bild: Detailaufnahmen vom Aufbau statt nachgestellter VergleichStandpunkt notieren, Kamerahöhe merken, Ergebnis vom selben Punkt fotografieren

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Vorher-Nachher-Paar wirkt nur, wenn beide Aufnahmen vom selben Standpunkt mit derselben Brennweite entstehen; verschiebt sich der Ausschnitt, vergleicht der Betrachter zwei Motive statt einer Veränderung.
  • Das Vorher-Bild ist der Engpass: Es entsteht in den zwei Minuten vor dem ersten Spatenstich oder gar nicht mehr. Wer diesen Schritt in den Bauablauf schreibt, hat später eine Referenzstrecke ohne Zusatzaufwand.
  • Licht und Jahreszeit dürfen sich unterscheiden, wenn Sie den Zeitraum benennen: Ein Vorher im nassen November neben einem Nachher im Juni-Gegenlicht verkauft vor allem das Wetter, nicht Ihre Arbeit.
  • Fehlt das Vorher-Bild, ist die Detailaufnahme aus dem Bauablauf der ehrlichere Ersatz: Tragschicht, Randeinfassung, Entwässerung und Fugenbild erklären den Preis besser als ein nachgestelltes Vergleichsfoto.
  • Fremde Grundstücke, Nachbarhäuser, Kennzeichen und erkennbare Personen gehören nur mit Zustimmung ins Bild; die Freigabe des Bauherrn klärt man am besten schriftlich bei Auftragserteilung statt nach der Abnahme.

Warum Vorher-Nachher im Galabau so stark wirkt

Ein Bauherr kann eine Terrasse nicht beurteilen, bevor sie liegt. Er sieht keinen Unterbau, keine Randeinfassung, kein Gefälle und keine Entwässerung. Was er sieht, ist eine Fläche, die entweder überzeugt oder nicht. Genau diese Lücke schließt ein Bildpaar: Es zeigt den Ausgangszustand, den er von seinem eigenen Grundstück kennt, und daneben das Ergebnis. Die Leistung dazwischen muss niemand erklären, sie wird sichtbar. Keine Aufzählung von Maschinen, keine Verbandsmitgliedschaft und kein Absatz über Qualitätsanspruch ersetzt diesen Moment. Auf Websites von Galabau-Betrieben ist die Vorher-Nachher-Strecke deshalb regelmäßig der Bereich mit der längsten Verweildauer und den meisten Weiterklicks in Richtung Kontaktformular (Projekterfahrung).

Nicht jedes Gewerk profitiert dabei gleich stark. Im Pflasterbau und im Terrassenbau ist die Wirkung am größten, weil dieselbe Fläche vorher und nachher sichtbar bleibt und der Unterschied im Sekundenbruchteil erfasst wird; wie sich das auf einer eigenen Leistungsseite darstellen lässt, zeigen wir unter Homepage für Pflasterbau. In der Baumpflege sind Vorher-Nachher-Bilder heikler, weil ein fachgerechter Kronenschnitt für Laien nach Verlust aussehen kann und eine Erklärung braucht. In der Grünpflege wiederum wirkt die Veränderung nur, wenn zwischen den Aufnahmen genug Zeit liegt. Ein Betrieb wie Viktor Waldbauer Garten- und Landschaftsbau aus Nordstemmen deckt mit Sandplatten, Terrassen, Zisternen und kompletten Gartenanlagen sehr unterschiedliche Fälle ab: Bei der Terrasse liegt der Reiz im direkten Vergleich derselben Fläche, bei der Zisterne ist das Ergebnis nach der Verfüllung unsichtbar und braucht Bilder aus dem Bauablauf.

Ein schlecht gemachtes Bildpaar richtet dabei mehr Schaden an als gar keins. Wer zwei Fotos nebeneinanderstellt, die offensichtlich von verschiedenen Standpunkten, bei verschiedenem Wetter und mit verschiedenen Ausschnitten entstanden sind, weckt beim Betrachter genau die Frage, die er sich sonst nicht gestellt hätte: Was ist hier nicht zu sehen? Der Verdacht muss nicht berechtigt sein. Es reicht, dass der Vergleich nicht aufgeht. Und weil Bauherren im privaten Gartenbau selten mehrere Angebote fachlich vergleichen können, entscheiden solche weichen Signale mit — häufig stärker als ein Preisunterschied von wenigen Prozent zwischen zwei Angeboten.

Zwei Bilder sind noch kein Vergleich

Ein Vergleich entsteht erst, wenn alles gleich bleibt außer der Sache, um die es geht. Wechselt gleichzeitig der Blickwinkel, das Wetter und der Ausschnitt, hat der Betrachter keine Möglichkeit, die Veränderung der Arbeit zuzuordnen. Das ist kein ästhetisches Problem, sondern ein logisches: Sie zeigen zwei Zustände, aber keine Ursache.

Die vier Regeln, die ein Bildpaar tragen

Vergleichbarkeit ist kein fotografisches Kunststück, sondern eine Frage von vier Entscheidungen, die vor dem Auslösen fallen: Standpunkt, Brennweite, Licht und Jahreszeit. Wenn diese vier übereinstimmen, funktioniert das Paar auch dann, wenn beide Aufnahmen mit dem Diensthandy entstanden sind. Weicht eine davon ab, hilft auch die teuerste Ausrüstung nicht mehr. Das ist die gute Nachricht für jeden Betrieb, der keine Fotoausrüstung anschaffen möchte: Die Regeln kosten kein Geld, sondern zwei Minuten Aufmerksamkeit vor dem ersten Spatenstich und zwei Minuten nach der Abnahme.

Die Reihenfolge ist keine Rangfolge, sondern eine Abstufung nach Härte. Standpunkt und Brennweite sind hart: Weichen sie ab, ist der Vergleich hinüber, egal wie gelungen das Nachher-Bild für sich genommen ist. Licht ist mittelhart, ein Unterschied stört, lässt sich aber durch eine offene Bildunterschrift entschärfen. Die Jahreszeit ist weich: Bei Pflanzungen, Rasenflächen und Hecken ist ein Abstand von Monaten oder einem ganzen Jahr unvermeidlich und sogar aussagekräftig, solange der Zeitraum danebensteht.

1. Gleicher Standpunkt

Beide Aufnahmen entstehen von derselben Stelle und aus derselben Höhe. Schon ein Meter Verschiebung oder der Wechsel von Augenhöhe auf Hüfthöhe verändert die Perspektive so weit, dass Flächen unterschiedlich groß wirken. Der Standpunkt gehört notiert, nicht erinnert.

2. Gleiche Brennweite

Am Smartphone heißt das: derselbe Objektivmodus, kein Weitwinkel im Vorher und Normalobjektiv im Nachher, kein Hineinzoomen. Ein Weitwinkel streckt den Vordergrund und lässt eine Fläche größer wirken, als sie ist. Das fällt im direkten Vergleich sofort auf.

3. Ähnliches Licht

Bedeckter Himmel ist für Vorher-Nachher-Bilder der verlässlichste Zustand, weil harte Schatten fehlen und Farben ruhig bleiben. Wer ein festes Zeitfenster wählt, etwa zwischen 10 und 14 Uhr, bekommt Aufnahmen, die auch Monate später zueinanderpassen.

4. Möglichst gleiche Jahreszeit

Wo es geht, entsteht das Nachher-Bild im selben Monat oder einer vergleichbaren Vegetationsphase. Wo das nicht geht, weil erst gepflanzt wurde, gehört die Zeitspanne in die Bildunterschrift. Ein benannter Abstand ist ein Argument, ein verschwiegener ein Makel.

Diese vier Regeln gelten unabhängig davon, wie die Bilder später dargestellt werden, ob nebeneinander, übereinander oder mit einem Schieberegler. Sie bestimmen, ob überhaupt etwas zu vergleichen ist. Welche Motive darüber hinaus auf eine Galabau-Website gehören und wie eine brauchbare Bildsammlung im Betrieb entsteht, beschreiben wir ausführlich unter Fotos für die Galabau-Website.

Der Standpunkt: einmal festlegen, später wiederfinden

Am Standpunkt scheitern die meisten Bildpaare, und zwar nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil zwischen Vorher und Nachher Wochen liegen und niemand mehr weiß, wo genau die Kollegin im März gestanden hat. Deshalb gehört derselbe Standpunkt dokumentiert statt erinnert. In der Praxis genügen drei Angaben: ein fester Bezugspunkt im Gelände, ein Abstand in Schritten und eine ungefähre Kamerahöhe. Notiert wird das dort, wo es später wiedergefunden wird, also im Bautagebuch oder direkt im Dateinamen der Aufnahme.

Als Bezugspunkt taugt alles, was die Baumaßnahme überlebt: eine Hausecke, der Rahmen der Terrassentür, ein Laternenmast, ein Zaunpfosten am Nachbargrundstück, ein Baum, der stehen bleibt. Untauglich sind Dinge, die verschwinden: ein Haufen Aushub, ein abgestellter Container, das alte Beet selbst. Ein zweiter Trick aus der Praxis kostet nichts: Machen Sie vom Vorher-Bild direkt auf dem Gerät einen zusätzlichen Bildschirmauszug und zeigen Sie ihn beim Nachher-Termin an, während Sie sich an die Position herantasten. Der Abgleich am Display ist genauer als jede Beschreibung.

  • Bezugspunkt benennen, der die Baumaßnahme sicher übersteht
  • Abstand in Schritten und Kamerahöhe notieren, etwa Brusthöhe oder Augenhöhe
  • Objektivmodus festhalten und beim Nachher-Termin denselben wählen
  • Bildschirmauszug des Vorher-Bildes beim zweiten Termin zum Abgleich öffnen
  • Zwei bis drei feste Standpunkte je Baustelle vergeben und mit A, B und C bezeichnen
  • Aufnahmen direkt nach dem Termin in den Projektordner legen, nicht auf dem Gerät sammeln

Wer mehrere Standpunkte je Baustelle festlegt, hat später Auswahl statt Zufall: A für den Gesamtblick auf die Fläche, B für den Anschluss an Haus oder Weg, C für ein Detail wie Randeinfassung oder Entwässerungsrinne. Aus drei Standpunkten entstehen drei Paare, und für die Website reicht meist eines davon. Aber Sie können auswählen, statt froh sein zu müssen, überhaupt etwas zu haben.

Licht, Wetter und Jahreszeit ehrlich behandeln

Licht entscheidet, ob ein Vergleich ehrlich oder geschönt wirkt. Ein Vorher-Bild im Nieselregen des späten November neben einem Nachher-Bild im Gegenlicht eines Junitages zeigt vor allem eines: den Unterschied zwischen November und Juni. Die Arbeit dazwischen tritt in den Hintergrund. Fachlich ist das kein Stilproblem, sondern ein Messfehler, denn zwei Größen haben sich gleichzeitig verändert. Wer die Wahl hat, wählt für beide Aufnahmen bedeckten Himmel. Diffuses Licht ist unspektakulär, aber es zeigt Fugenbilder, Höhenversätze und Farbunterschiede so, wie sie sind.

Bei Pflanzungen und Rasenflächen liegt die Sache anders, denn hier ist Zeit Teil der Leistung. Eine frisch gesetzte Hecke sieht am Tag der Abnahme mager aus, und ein neu angelegter Rasen ist erst nach Wochen ein Rasen. Ein Abstand von rund zwölf Monaten zwischen Vorher und Nachher ist bei solchen Projekten normal (Projekterfahrung) und macht den Unterschied überhaupt erst sichtbar. Entscheidend ist, dass der Zeitraum benannt wird. Ein Bildpaar mit der Unterschrift Mai 2025 und Mai 2026 ist stärker als eines, das den Abstand verschweigt, weil der Betrachter die Veränderung dann korrekt einordnen kann.

Häufige SituationWas beim Betrachter ankommtBesserer Weg
Vorher bei Regen, Nachher bei SonneDer Unterschied wirkt wie WetterglückBeide Aufnahmen bei bedecktem Himmel
Vorher morgens, Nachher in der AbendsonneFarbstimmung kippt, der Vergleich wirkt gestelltFestes Zeitfenster, etwa zwischen 10 und 14 Uhr
Vorher im Winter, Nachher im HochsommerWachstum wird als Bauleistung gelesenZeitraum in der Bildunterschrift benennen
Nur das Nachher-Bild aufgehelltDer Effekt entsteht durch BearbeitungBeide Bilder gleich behandeln oder gar nicht
Nachher möbliert, Vorher leerDie Ausstattung verkauft, nicht der BelagZusätzlich eine Aufnahme ohne Möbel zeigen

Der letzte Punkt der Tabelle wird unterschätzt. Gartenmöbel, Kissen, Pflanzkübel und ein gedeckter Tisch verändern die Wirkung einer Terrasse erheblich, und der Betrachter kann nicht mehr trennen, was davon Ihre Leistung war. Wenn Sie stimmungsvolle Bilder zeigen wollen, zeigen Sie sie zusätzlich, nicht anstelle des nüchternen Vergleichs. Das Paar beweist die Arbeit, das Stimmungsbild verkauft den Traum. Beides hat auf der Website seinen Platz, aber nicht in derselben Rolle.

Wenn das Vorher-Bild fehlt

In der Praxis fehlt das Vorher-Bild häufiger, als es die Referenzstrecken vermuten lassen. Die Gründe sind banal: Der Auftrag kam als Nachtrag, als der Abriss schon lief. Die Baustelle wurde von einem anderen Betrieb übernommen. Der Bauherr hatte den alten Belag selbst entfernt. Oder es hat schlicht niemand daran gedacht, weil vor dem ersten Spatenstich zwanzig andere Dinge wichtiger waren. Das ist kein Grund, das Projekt aus der Referenzstrecke zu streichen, und schon gar kein Grund, ein Vorher-Bild zu konstruieren.

Statt eines Vergleichs erzählen Sie dann den Bauablauf. Für den Bauherrn ist das ohnehin die interessantere Geschichte, weil sie erklärt, wofür er bezahlt. Eine Aufnahme des ausgehobenen Planums, eine der verdichteten Tragschicht, eine der gesetzten Randeinfassung und eine der fertigen Fläche beantworten die Frage nach dem Preis besser als jedes Vorher-Nachher-Paar. Genau das ist der Bereich, den der Wettbewerb selten zeigt, weil solche Bilder unspektakulär sind und trotzdem den Unterschied zwischen sauberer und schneller Arbeit sichtbar machen.

  • Bauablauf statt Vergleich. Drei bis fünf Aufnahmen von Aushub, Tragschicht, Randeinfassung und fertiger Fläche ersetzen das fehlende Vorher-Bild inhaltlich.
  • Teilbereich als Referenz. Ist ein Abschnitt des Grundstücks noch im Altzustand, zeigt eine Aufnahme mit beiden Zuständen im Bild den Unterschied ohne zweites Datum.
  • Bild aus Kundenhand. Viele Bauherren haben ältere Aufnahmen ihres Gartens. Fragen Sie danach und klären Sie die Nutzung schriftlich, bevor Sie das Bild veröffentlichen.
  • Plan neben Foto. Eine einfache Skizze oder Planzeichnung neben dem Ergebnisbild erklärt Aufteilung, Gefälle und Entwässerung und wirkt fachlich statt lückenhaft.
  • Detail statt Übersicht. Fugenbild, Anschluss an die Hauswand, Übergang zwischen Belag und Rasen: Details zeigen Qualität auch ohne Ausgangszustand.

Was dagegen nicht geht: ein nachgestelltes Vorher-Bild, eine Aufnahme von einer anderen Baustelle oder ein zugekauftes Motiv, das den Ausgangszustand darstellen soll. Solche Darstellungen sind keine Notlösung, sondern eine Angabe über die eigene Leistung, die nicht stimmt. Das Wettbewerbsrecht behandelt Werbung mit Referenzen als geschäftliche Handlung, und irreführende Angaben über Art und Umfang der erbrachten Leistung können abgemahnt werden. Wie ein konkreter Einzelfall zu bewerten ist, gehört anwaltlich geprüft; die Faustregel für den Betriebsalltag ist einfacher: Zeigen Sie nur, was Sie selbst fotografiert und selbst gebaut haben.

Was ins Bild darf und was nicht

Fast jede Galabau-Baustelle liegt auf einem fremden Grundstück, und die Bilder davon zeigen das Zuhause eines Menschen. Die saubere Lösung ist eine schriftliche Freigabe des Bauherrn, und der beste Zeitpunkt dafür ist die Auftragserteilung, nicht die Abnahme. Ein kurzer Absatz im Auftragsformular, der die Veröffentlichung von Baustellenbildern auf der eigenen Website und in Ausschreibungsunterlagen erlaubt, erspart später jede Diskussion. Wer erst nach der Fertigstellung fragt, bekommt seltener ein Ja, weil das Projekt für den Kunden dann abgeschlossen ist und ein Nutzen für ihn nicht mehr erkennbar ist.

Unabhängig von der Freigabe gilt Zurückhaltung bei allem, was Rückschlüsse auf Personen zulässt. Hausnummern, Namensschilder an der Klingel, Kennzeichen von Fahrzeugen und erkennbare Menschen gehören entweder nicht ins Bild oder brauchen eine eigene Einwilligung. Auch Nachbargrundstücke im Hintergrund sind heikel, wenn sie erkennbar sind. Bei Aufnahmen aus der Luft kommt hinzu, dass die Nutzungsrechte in aller Regel bei demjenigen liegen, der die Aufnahme gemacht hat: Wenn ein Dritter geflogen ist, brauchen Sie eine Vereinbarung darüber, dass Sie die Bilder auf Ihrer Website verwenden dürfen.

Drei Fragen vor der Veröffentlichung

Liegt eine Freigabe des Bauherrn vor, am besten schriftlich? Ist auf dem Bild jemand oder etwas erkennbar, das nicht erkennbar sein sollte, etwa Personen, Kennzeichen oder Hausnummern? Und stammen sämtliche verwendeten Aufnahmen aus dem eigenen Betrieb oder mit klarer Nutzungsvereinbarung von einem Dritten? Diese drei Fragen dauern eine Minute und ersparen die unangenehmen Fälle. Rechtliche Bewertungen im Einzelfall gehören in fachkundige Hände.

Ein Referenzbild ist eine Aussage über die eigene Leistung. Es sollte so entstehen, dass man es dem Bauherrn zeigen könnte, ohne etwas erklären zu müssen.

Arbeitsgrundsatz für Referenzstrecken

Praktisch bewährt sich eine kleine Ablage: eine Übersicht mit Projektnummer, Datum, Standpunkt und dem Vermerk, ob eine Freigabe vorliegt. Fragt Jahre später jemand nach, ist die Herkunft eines Bildes belegbar. Wird ein Kunde später zurückhaltend und bittet um Entfernung, finden Sie die betreffenden Dateien in Minuten statt in Stunden. Der Aufwand entsteht einmal beim Anlegen und danach mit jedem Projekt ein paar Zeilen.

Vom Bildpaar zur Seite, die Anfragen bringt

Ein gutes Bildpaar entfaltet erst dort Wirkung, wo jemand eine Entscheidung trifft. Das ist selten die Startseite und meist die Leistungsseite: Wer nach einer neuen Terrasse sucht, will Terrassen sehen, nicht die schönsten Bilder aus allen Gewerken gemischt. Deshalb gehören zwei bis drei Paare direkt auf die jeweilige Leistungsseite, in der Nähe des Anfrageformulars, und die vollständige Sammlung in eine eigene Referenzstrecke. Zu jedem Paar gehört eine kurze Bildunterschrift mit Gewerk, Ort auf Gemeindeebene, Zeitraum und der eigentlichen Aufgabe, also etwa dem Höhenversatz, der Entwässerung oder dem Wurzeldruck, der zu lösen war.

Technisch braucht es wenig, aber das konsequent. Beide Bilder eines Paares sollten dasselbe Seitenverhältnis und dieselbe Ausgabegröße haben, sonst springt die Darstellung. Die Dateien gehören komprimiert, weil ein Großteil der Zugriffe auf Handwerker-Websites über Mobilfunk erfolgt (Projekterfahrung) und eine Referenzstrecke mit zwanzig unkomprimierten Aufnahmen dort spürbar langsam wird. Jedes Bild braucht einen Alternativtext, der beschreibt, was zu sehen ist, nicht nur den Dateinamen. Und ein Schieberegler zwischen den Bildern ist hübsch, aber kein Ersatz für die Darstellung nebeneinander: Auf schmalen Bildschirmen ist der direkte Vergleich zweier untereinander liegender Bilder oft leichter zu erfassen.

ablage-standpunkte.txt
projekt-2026-041_terrasse_vorher_standpunkt-a.jpg
projekt-2026-041_terrasse_nachher_standpunkt-a.jpg
projekt-2026-041_terrasse_detail_randeinfassung.jpg
projekt-2026-041_terrasse_detail_tragschicht.jpg

Standpunkt A : Terrassentür, drei Schritte nach rechts, Kamera auf Brusthöhe
Standpunkt B : Grundstücksecke hinten links, Blick zum Haus, Augenhöhe
Objektiv     : Normalmodus, kein Weitwinkel, kein Zoom
Zeitfenster  : 10 bis 14 Uhr, möglichst bedeckt
Freigabe     : liegt vor, Auftrag vom 04.03.2026

Diese Ablage ist bewusst schlicht gehalten, weil sie auf der Baustelle funktionieren muss und nicht im Büro. Vier Zeilen im Dateinamen und fünf Zeilen Notiz reichen aus, damit ein Kollege Monate später denselben Standpunkt findet. Wie die fertigen Paare anschließend geordnet, beschriftet und nach Gewerken sortiert werden, zeigen wir an Beispielen in der Referenzgalerie.

Der Ablauf im Betrieb: wer fotografiert wann

Der häufigste Grund für fehlende Bilder ist nicht Desinteresse, sondern eine ungeklärte Zuständigkeit. Solange Fotografieren eine Sache ist, die jemand macht, wenn er daran denkt, entstehen Bilder unregelmäßig und selten in Paaren. Sobald es ein Schritt im Bauablauf ist, mit einer benannten Person und einem festen Zeitpunkt, entsteht die Referenzstrecke nebenbei. Im Regelfall ist das der Vorarbeiter oder die Bauleitung, weil beide ohnehin als Erste und als Letzte auf der Fläche stehen.

Wenn dieser Ablauf zwei Saisons läuft, hat ein Betrieb mit fünfzehn bis zwanzig größeren Projekten im Jahr genug Material, um jede Leistungsseite mit passenden Paaren zu belegen, statt überall dieselben drei Bilder zu zeigen. Wie sich daraus eine Seitenstruktur ergibt, die Gewerke, Regionen und Anfragen zusammenbringt, beschreiben wir unter Galabau-Website. Vorhandene Aufnahmen aus alten Projekten bereiten wir ab 290 Euro netto auf, sortieren sie zu Paaren und beschriften sie; was sonst noch im Leistungsumfang steckt, steht in der Preisübersicht.

Dieser Artikel basiert auf Daten aus eigener Projekterfahrung — Bildsichtungen und Referenzstrecken aus Website-Projekten für Garten- und Landschaftsbaubetriebe im Raum Hildesheim, Hannover und Braunschweig. Rechtliche Hinweise geben allgemeine Grundsätze wieder und ersetzen keine Prüfung des Einzelfalls.

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