Der Ausbildungsplatz ist gemeldet, die Anzeige hängt seit Februar im Schaukasten der Berufsschule, und im August fängt trotzdem niemand an. Das ist im Garten- und Landschaftsbau kein Einzelfall, und es liegt selten daran, dass sich junge Menschen grundsätzlich nicht für den Beruf interessieren. Es liegt daran, dass die drei Fragen, die vor einer Bewerbung stehen, nirgends beantwortet werden: Was mache ich da den ganzen Tag, was verdiene ich in dieser Zeit, und was kommt danach. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie diese Antworten auf Ihre Website bringen, wie Sie Eltern und Lehrkräfte mitnehmen, ohne die körperliche Seite der Arbeit zu beschönigen, und in welcher Reihenfolge Sie über das Jahr vorgehen, damit im Frühjahr Bewerbungen ankommen statt Absagen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der unbesetzte Ausbildungsplatz ist selten ein Bewerbermangel, sondern ein Informationsproblem: Wer den Arbeitsalltag, die Vergütung und die Wege nach dem Abschluss nicht nachlesen kann, bewirbt sich nicht, sondern entscheidet sich für einen Beruf, den er kennt.
- Jugendliche entscheiden nicht allein. Eltern lesen die Seite mit und stellen andere Fragen als ihre Kinder — nach Verdienst, Gesundheit, Übernahme und Weiterbildung. Eine Ausbildungsseite muss beide Fragenreihen beantworten, sonst bleibt sie halb wirksam.
- Nennen Sie die tarifliche Ausbildungsvergütung je Lehrjahr mit dem aktuellen Stand und dem Datum der Aktualisierung. Eine Zahl aus einem alten Flyer schadet mehr als keine Zahl, weil sie im Gespräch korrigiert werden muss.
- Die körperliche Seite der Arbeit gehört auf die Seite, nicht in die Fußnote. Wetter, Lärm, Lasten und frühe Anfangszeiten offen zu benennen senkt die Zahl der Bewerbungen, aber es senkt auch die Abbrüche im ersten Lehrjahr.
- Bewerbungen entstehen dort, wo vorher ein Praktikum und ein Schulkontakt stattgefunden haben. Planen Sie das Ausbildungsjahr rückwärts: Schulen im Herbst ansprechen, Praktika im Winter, Antworten auf Bewerbungen im Frühjahr innerhalb weniger Tage.
Warum der Ausbildungsplatz unbesetzt bleibt
Die Berufsbildungsstatistik des Statistischen Bundesamtes weist Jahr für Jahr unbesetzte Ausbildungsplätze und unversorgte Bewerberinnen und Bewerber nebeneinander aus (Statistisches Bundesamt). Beides gleichzeitig bedeutet: Angebot und Nachfrage finden nicht zueinander. Im Handwerk berichten die Kammern seit Jahren von Betrieben, die ausbilden wollen und niemanden bekommen (ZDH). Für Ihren Betrieb heißt das, dass die Ursache selten in der Nachfrage liegt, sondern im Weg dorthin: Wer Sie nicht kennt, wer nicht weiß, was in dem Beruf tatsächlich passiert, und wer keinen Namen hat, den er anrufen kann, bewirbt sich nicht bei Ihnen.
Dazu kommt eine Besonderheit des Garten- und Landschaftsbaus: Der Beruf ist im Alltag sichtbar, aber er wird falsch eingeordnet. Was Jugendliche sehen, ist eine Kolonne, die Rasen mäht oder Hecken schneidet. Was sie nicht sehen, ist der Unterbau eines Pflasters, die Höhenmessung, der Umgang mit Maschinen, die Pflanzenkunde, die Zisterne, der Umgang mit dem Kunden auf der Baustelle. Die Ausbildung zur Gärtnerin und zum Gärtner in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau dauert drei Jahre (BGL) und enthält deutlich mehr Technik und Planung, als das Bild von außen vermuten lässt. Diese Lücke zwischen Bild und Wirklichkeit schließt keine Anzeige, sondern nur Inhalt.
Der dritte Grund ist zeitlicher Natur. Viele Betriebe fangen im März an, den Ausbildungsplatz zu bewerben — zu einem Zeitpunkt, an dem ein großer Teil der Jugendlichen bereits im Gespräch mit anderen Betrieben ist oder sich für die weiterführende Schule entschieden hat. Die Entscheidung fällt früher, oft im Winter und oft nach einem Praktikum. Wer erst im Frühjahr sichtbar wird, bewirbt sich um die Reste. Das lässt sich ohne zusätzliches Budget beheben, aber nicht ohne einen Plan über das Jahr.
- Der Beruf ist bekannt, der Ausbildungsinhalt nicht — Technik, Planung und Pflanzenkunde bleiben unsichtbar
- Es fehlt eine Ansprechperson mit Namen, Durchwahl und Gesicht statt einer allgemeinen Betriebsadresse
- Die Vergütung wird nicht genannt, obwohl sie die erste Frage der Eltern ist
- Es gibt keinen niedrigschwelligen Zwischenschritt vor der Bewerbung, etwa ein Praktikum mit festen Terminen
- Die Ansprache startet im Frühjahr, die Entscheidung ist im Winter gefallen
- Bewerbungen bleiben zwei Wochen liegen, weil die Saison begonnen hat
Was der Beruf wirklich ist — ohne Beschönigung
Die Versuchung ist groß, den Ausbildungsplatz so zu beschreiben, wie man ihn gern hätte: draußen arbeiten, im Team, mit sichtbarem Ergebnis. Das stimmt alles, es ist nur die halbe Beschreibung. Die andere Hälfte ist Regen im November, ein Anhänger, der bei Dunkelheit beladen wird, Verbundsteine, die niemand trägt, weil er es schön findet, und Tage, an denen die Kolonne um halb sieben losfährt. Wer das verschweigt, bekommt Bewerbungen von Menschen, die etwas anderes erwartet haben, und verliert sie im ersten Lehrjahr wieder. Ein Abbruch kostet den Betrieb Einarbeitung, Prüfungsvorbereitung und einen Platz im Team, der ein Jahr lang blockiert war.
Schreiben Sie den Arbeitsalltag deshalb so auf, wie er ist, und stellen Sie ihn neben das, was der Beruf sonst bietet. Ein ehrlicher Tagesablauf von der Abfahrt bis zur Rückkehr sagt mehr als jede Aufzählung von Eigenschaften, die Sie sich wünschen. Nennen Sie die Uhrzeiten, den typischen Fahrweg, die Pausenregelung, die Bekleidung, die Sie stellen, und die Frage, wie es im Winter weitergeht. Gerade der Winter interessiert, weil viele Jugendliche annehmen, im Garten- und Landschaftsbau gebe es von Dezember bis März keine Arbeit. Wie der Jahresverlauf gegenüber Kunden dargestellt wird, folgt derselben Logik wie im Ausbildungsbereich: Es gibt Arbeit, sie sieht nur anders aus.
Ehrlichkeit heißt nicht Abschreckung. Zur körperlichen Seite gehört auch, was Sie dagegen tun: Maschinen statt Muskelkraft, wo es geht, Hebehilfen, Rotation zwischen Aufgaben, feste Pausen, Einweisungen. Wer beschreibt, wie im Betrieb mit Belastung umgegangen wird, wirkt glaubwürdiger als jemand, der sie nicht erwähnt. Und für Eltern ist genau dieser Absatz der wichtigste des ganzen Textes.
Der Satz, der über die Bewerbung entscheidet
Eltern lesen mit und stellen andere Fragen
Bei der Berufswahl entscheidet selten eine Person allein. Jugendliche sprechen mit ihren Eltern, oft am Küchentisch und mit dem Telefon in der Hand. Eltern öffnen dann Ihre Website, und sie suchen nach anderen Dingen als ihr Kind. Während das Kind wissen will, ob die Arbeit langweilig wird, wollen Eltern wissen, ob der Beruf trägt: Verdienst während der Ausbildung, Gesundheit auf lange Sicht, Übernahme nach dem Abschluss, Möglichkeiten zur Weiterbildung. Wer nur die erste Fragenreihe beantwortet, überzeugt das Kind und verliert es an der Küchentischdiskussion.
Praktisch bedeutet das nicht zwei Seiten, sondern eine Seite mit zwei Ebenen. Oben stehen Alltag, Bilder und der Bewerbungsweg. Weiter unten folgen Vergütung, Arbeitszeit, Urlaub, Prüfungsvorbereitung, Übernahmepraxis und die Wege nach dem Abschluss. Diese Reihenfolge entspricht der Lesereihenfolge: Das Kind hört oben auf zu lesen, die Eltern scrollen weiter. Wenn Sie ohnehin an der Website arbeiten, ist das der Moment, den Ausbildungsbereich als eigene Seite anzulegen statt als Absatz auf der Stellenübersicht.
Ein zweiter Punkt wird oft übersehen: Eltern prüfen den Betrieb selbst, nicht nur den Ausbildungsplatz. Sie schauen sich Referenzen an, lesen Bewertungen und achten darauf, ob die Website gepflegt aussieht. Eine Referenzgalerie mit echten Projekten wirkt an dieser Stelle stärker als jede Formulierung über Qualität, weil sie zeigt, dass es den Betrieb wirklich gibt und dass dort ordentlich gearbeitet wird.
| Thema | Was Jugendliche fragen | Was Eltern fragen |
|---|---|---|
| Arbeitsalltag | Wird das langweilig? | Hält mein Kind das körperlich aus? |
| Geld | Habe ich eigenes Geld? | Reicht die Vergütung zum Leben? |
| Team | Mit wem arbeite ich zusammen? | Wer kümmert sich um die Ausbildung? |
| Schule | Wie oft muss ich in die Berufsschule? | Wird auf die Prüfung vorbereitet? |
| Danach | Darf ich Maschinen fahren? | Wird übernommen, und was kommt dann? |
| Sicherheit | Ist der Betrieb cool? | Gibt es den Betrieb in zehn Jahren noch? |
Den Verdienst während der Ausbildung sachlich nennen
Die Vergütung ist die Frage, die im Gespräch am spätesten und im Kopf am frühesten gestellt wird. Im Garten- und Landschaftsbau sind die Ausbildungsvergütungen tariflich geregelt und werden regelmäßig neu verhandelt (BGL). Genau daraus folgt die einzige Regel, die wirklich zählt: Nennen Sie die Beträge je Lehrjahr mit dem Stand, auf den sie sich beziehen, und aktualisieren Sie sie, wenn ein neuer Tarifstand gilt. Eine veraltete Zahl auf der Website ist schlechter als gar keine, weil sie im ersten Gespräch korrigiert werden muss und dabei den Eindruck hinterlässt, dass es woanders auch nicht stimmt.
Neben dem Grundbetrag gehören die Bestandteile dazu, die Jugendliche und Eltern nicht kennen, weil sie sie nirgends nachlesen können. Übernehmen Sie die Kosten für die Berufsschule oder das überbetriebliche Lehrgangszentrum? Stellen Sie Arbeitskleidung und Sicherheitsschuhe? Gibt es einen Zuschuss zum Fahrgeld, zum Führerschein, zu Prüfungsvorbereitungskursen? Werden Überstunden im dritten Lehrjahr vergütet oder abgefeiert? Diese Liste ist unspektakulär und beantwortet trotzdem die Hälfte aller Fragen, die sonst per Telefon kommen.
Der dritte Teil betrifft das, was nach der Ausbildung gezahlt wird. Sie müssen keine Gehaltstabelle veröffentlichen, aber ein Satz zur Einordnung hilft: dass die Bezahlung nach der Ausbildung tariflich geregelt ist, dass es Zuschläge für bestimmte Tätigkeiten gibt, dass sich mit Weiterbildung etwas verändert. Wer schweigt, überlässt die Einordnung dem Internet, und dort steht selten etwas, das zu Ihrem Betrieb passt.
Zahlen mit Datum statt Zahlen mit Bauchgefühl
Perspektive: was nach dem Abschluss möglich ist
Kaum jemand mit fünfzehn oder sechzehn Jahren plant sein Berufsleben. Aber die Frage, ob ein Beruf eine Sackgasse ist, stellt sich trotzdem — und Eltern stellen sie mit Nachdruck. Der Garten- und Landschaftsbau hat an dieser Stelle mehr zu bieten, als er zeigt: Nach der Ausbildung stehen Spezialisierungen offen, danach die Meisterprüfung, der Weg über die Technikerschule, das Studium im Bereich Landschaftsbau oder Landschaftsarchitektur, die Bauleitung, die Kalkulation und irgendwann der eigene Betrieb. Diese Wege gehören auf die Seite, weil sie den Unterschied zwischen einem Job und einem Beruf sichtbar machen.
Machen Sie die Wege konkret, statt sie zu behaupten. Wenn in Ihrem Betrieb jemand nach der Ausbildung geblieben ist und heute eine Kolonne führt, ist das die Information, die zählt — ohne Namen, wenn die Person das nicht möchte, aber mit dem Ablauf: Ausbildung, zwei Jahre Mitarbeit, Weiterbildung, Verantwortung. Die Frage, wie viele Auszubildende Sie in den letzten Jahren übernommen haben, wird ohnehin gestellt. Wenn die Antwort gut ist, sollte sie auf der Website stehen.
Wichtig ist der ehrliche Zusatz, dass nicht jeder Weg für jeden passt und dass Weiterbildung Zeit neben der Arbeit kostet. Wer die Meisterschule als selbstverständlichen nächsten Schritt darstellt, erzeugt Erwartungen, die der Betriebsalltag später einholt. Ein Satz wie: Wer das will, unterstützen wir dabei — mit Freistellung für Prüfungstage und einem Zuschuss zu den Kursgebühren, ist konkret und überprüfbar.
- Abschluss der dreijährigen Ausbildung mit Gesellenprüfung und anschließender Mitarbeit in der Kolonne
- Spezialisierung auf ein Gewerk, etwa Pflasterbau, Baumpflege oder Teichbau, mit den passenden Nachweisen
- Maschinen- und Fahrberechtigungen, die den Einsatzbereich erweitern und die Bezahlung beeinflussen
- Vorarbeiter- oder Kolonnenführung mit Verantwortung für Team, Material und Kundenkontakt auf der Baustelle
- Meisterprüfung, Technikerschule oder ein Studium im Landschaftsbau als Weg in Bauleitung und Kalkulation
- Eigener Betrieb oder Übernahme eines bestehenden Betriebs, häufig zehn bis fünfzehn Jahre nach dem Abschluss
Aufbau einer Ausbildungsseite, die Bewerbungen auslöst
Eine Ausbildungsseite ist keine Stellenanzeige mit Bildern. Sie ist eine eigene Seite mit eigener Adresse, die sich verschicken lässt — an die Lehrkraft, an den Onkel, an die Freundin, die auch überlegt. Genau das passiert in der Praxis: Der Link wird weitergeschickt, nicht die Startseite. Deshalb muss die Seite für sich stehen und ohne Vorwissen verständlich sein. Wie Sie Stellenanzeigen darüber hinaus aufbauen, steht in unserem Beitrag zu Stellenanzeigen im Galabau; die Ausbildungsseite folgt einer eigenen Logik.
Die Reihenfolge auf der Seite entspricht der Reihenfolge der Fragen. Zuerst kommt, worum es geht und was man den ganzen Tag tut. Dann kommen Bilder von echten Baustellen. Dann der Bewerbungsweg mit einer Ansprechperson. Erst danach Vergütung, Arbeitszeiten, Berufsschule und Perspektive für die mitlesenden Eltern. Ganz unten stehen die Formalien: Bewerbungsfrist, benötigte Unterlagen, Umgang mit den Daten. Anforderungslisten mit einem Dutzend Eigenschaften gehören nicht nach oben, weil sie Menschen abhalten, die den Beruf eigentlich könnten.
Rechnen Sie damit, dass die Seite fast ausschließlich auf dem Telefon gelesen wird, abends, mit unterbrochenem Empfang. Das entscheidet über Schriftgröße, Ladezeit und darüber, ob die Telefonnummer antippbar ist. Ein Video, das nur im Hochformat funktioniert, ist hier kein Nachteil, sondern ein Vorteil. Und der Bewerbungsweg muss sich mit dem Telefon zu Ende gehen lassen, ohne Anschreiben und ohne Ausdruck.
Ausbildung zur Gärtnerin / zum Gärtner (Garten- und Landschaftsbau)
1 Ein Satz, worum es geht
Was der Betrieb baut und pflegt, wo, mit wie vielen Leuten.
2 Ein echter Arbeitstag
06:30 Treffen am Hof, laden. 07:00 Abfahrt. 07:40 Baustelle.
Was passiert bis zur Mittagspause, was danach, wann Feierabend.
Auch: Regen, Kälte, Lasten, und was der Betrieb dagegen tut.
3 Bilder und ein kurzer Film
Vier bis sechs Fotos von echten Baustellen, ein Film im
Hochformat, höchstens eine Minute, ohne Musikuntermalung.
4 So bewirbst du dich
Name, Handynummer, E-Mail der Ansprechperson.
Formular mit drei Feldern oder kurze Nachricht genügt.
Antwortzusage: Rückmeldung innerhalb von drei Werktagen.
5 Praktikum zuerst
Feste Zeiträume im Jahr, Dauer, was mitzubringen ist,
Ansprechperson für die Schule.
6 Vergütung und Rahmen (für die mitlesenden Eltern)
Betrag je Lehrjahr mit Stand, Arbeitszeit, Urlaub,
Berufsschule, übernommene Kosten, Kleidung.
7 Was nach der Ausbildung kommt
Übernahmepraxis, Spezialisierung, Meister, Technik, Studium.
8 Formalien
Bewerbungsfrist, Unterlagen, Umgang mit den Daten,
Ansprechperson bei Rückfragen.Bilder und Film: den Alltag zeigen statt beschreiben
Kein Text ersetzt ein Bild von einer Baustelle, auf der jemand arbeitet. Symbolfotos aus einer Bilddatenbank erkennt jeder Jugendliche innerhalb einer Sekunde, und sie erzeugen den Verdacht, dass auch der Rest der Seite nicht echt ist. Vier bis sechs eigene Aufnahmen genügen, wenn sie den Arbeitsablauf zeigen: Beladen, Unterbau, Verlegen, Pflanzung, fertige Fläche. Wie solche Aufnahmen mit dem Telefon gelingen, haben wir unter Fotos für die Website beschrieben.
Ein kurzer Film wirkt noch stärker, weil er Geräusch und Bewegung mitbringt. Er muss nicht professionell produziert sein, im Gegenteil: Ein Hochformatvideo von unter einer Minute, in dem ein Auszubildender kurz erzählt, was er gerade macht, ist glaubwürdiger als jeder Imagefilm. Achten Sie darauf, dass das Video auch ohne Ton verständlich ist, weil es abends häufig stumm abgespielt wird, und hinterlegen Sie Untertitel.
Zur Sorgfalt gehört die Einwilligung. Wer auf einem Foto oder in einem Film erkennbar ist, muss dem zugestimmt haben, schriftlich und mit der Möglichkeit zum Widerruf. Bei Auszubildenden unter achtzehn Jahren ist zusätzlich die Zustimmung der Erziehungsberechtigten nötig. Klären Sie das vor der Aufnahme, nicht danach, und halten Sie fest, für welche Verwendung die Zustimmung gilt.
Ablauf statt Ergebnis
Zeigen Sie die Arbeitsschritte, nicht nur die fertige Terrasse. Wer verstehen will, was er lernt, braucht das Bild vom Unterbau, nicht das vom Sonnenuntergang darüber.
Menschen im Bild
Aufnahmen mit erkennbaren Personen wirken stärker als leere Baustellen. Die Einwilligung liegt vorher schriftlich vor, bei Minderjährigen auch von den Erziehungsberechtigten.
Hochformat, unter einer Minute
Der Film wird auf dem Telefon geschaut. Ein kurzer Ausschnitt aus dem Arbeitstag reicht, mit Untertiteln, damit er ohne Ton verständlich bleibt.
Alle Jahreszeiten
Sammeln Sie über das Jahr Bilder aus Sommer und Winter. Wer nur Frühling zeigt, beantwortet die Frage nach den kalten Monaten nicht, und genau die wird gestellt.
Sicherheit sichtbar
Helm, Gehörschutz, Sicherheitsschuhe und Einweisungen im Bild beruhigen Eltern mehr als jeder Absatz über Arbeitsschutz. Achten Sie darauf, dass kein Bild das Gegenteil zeigt.
Zwei Termine im Jahr
Legen Sie zwei feste Termine fest, an denen fotografiert wird. Sonst entstehen Bilder nie, weil in der Saison niemand daran denkt.
Kontakt zu Schulen und Praktika aufbauen
Ein tragfähiger Weg zu einer Bewerbung führt über ein Praktikum, und der Weg zu einem Praktikum führt über die Schule. Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie Gymnasien haben Berufsorientierungsbeauftragte, feste Praktikumszeiträume und regelmäßig das Problem, Betriebe zu finden, die Plätze melden. Ein Anruf im Sekretariat mit der Bitte um die zuständige Person kostet zehn Minuten und ist der Anfang einer Verbindung, die über Jahre trägt. Wichtig ist der Zeitpunkt: Die Zeiträume werden im Herbst geplant, nicht im Frühjahr.
Machen Sie es der Schule einfach. Eine Seite mit den Praktikumszeiträumen, der Dauer, dem Mindestalter, der benötigten Ausrüstung und einer Ansprechperson mit Handynummer erspart der Lehrkraft mehrere Rückfragen. Wenn die Schule ein Formular braucht, das der Betrieb ausfüllt, hinterlegen Sie es als Datei zum Herunterladen. Das klingt banal, entscheidet aber darüber, ob Ihr Betrieb auf der Liste steht, die im Klassenraum verteilt wird.
Das Praktikum selbst braucht eine Vorbereitung, sonst schadet es. Wer eine Woche lang Laub zusammenkehrt, bewirbt sich anschließend nicht. Legen Sie vorher fest, wer sich kümmert, was in fünf Tagen gezeigt wird und welche Aufgabe der Jugendliche selbst zu Ende bringen darf. Ein kleines abgeschlossenes Ergebnis am letzten Tag, das man fotografieren und zu Hause zeigen kann, wirkt stärker als jede Broschüre. Beachten Sie dabei die Vorgaben des Jugendarbeitsschutzes zu Arbeitszeiten und Tätigkeiten.
Schulen zusammenstellen
Listen Sie die weiterführenden Schulen im Umkreis von etwa fünfundzwanzig Kilometern auf. Mehr braucht es nicht, weil Praktikum und späterer Arbeitsweg erreichbar bleiben müssen.
Im Herbst anrufen
Fragen Sie nach der Berufsorientierung und den Praktikumszeiträumen des laufenden Schuljahres. September bis November ist der Zeitraum, in dem geplant wird.
Plätze schriftlich melden
Ein Blatt mit Zeitraum, Dauer, Mindestalter, Ausrüstung und Ansprechperson. Dazu der Link auf Ihre Ausbildungsseite, damit die Schule ihn weitergeben kann.
Praktikum durchplanen
Wer betreut, was wird gezeigt, welche Aufgabe darf der Jugendliche abschließen. Ein Plan für fünf Tage genügt, aber er muss vorher stehen.
Nach dem Praktikum melden
Ein kurzes Gespräch am letzten Tag und eine Rückmeldung an die Schule. Wer sich meldet, wird beim nächsten Durchgang wieder gefragt.
Kontakt über das Jahr halten
Ein Termin im Kalender für den nächsten Herbst und eine Einladung zum Berufsinformationstag reichen aus, damit die Verbindung bestehen bleibt.
Den Bewerbungsweg auf drei Schritte verkürzen
Die klassische Bewerbungsmappe mit Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen ist für viele Jugendliche eine echte Hürde, besonders wenn zu Hause niemand hilft. Wer eine Bewerbung verlangt, wie sie in der Schule gelehrt wird, verliert genau die Bewerber, die handwerklich gut wären und schriftlich unsicher sind. Ein kurzer Weg löst das: Name, Telefonnummer, ein Satz dazu, was interessiert. Alles Weitere klären Sie im Gespräch, und die Zeugnisse können später nachgereicht werden.
Dieser Weg muss vom Telefon aus funktionieren. Ein Formular mit drei Feldern, eine antippbare Telefonnummer und eine Nachrichtenfunktion decken ab, was gebraucht wird. Wie ein solches Formular ohne unnötige Pflichtfelder aufgebaut wird, zeigt unser Beitrag zum Anfrageformular — für Bewerbungen gilt dieselbe Regel: Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Einsendungen.
Entscheidend ist die Antwort. In der Saison bleibt eine Bewerbung leicht zwei Wochen liegen, und in dieser Zeit hat sich der Jugendliche woanders entschieden. Legen Sie eine feste Frist fest, sagen Sie sie auf der Seite zu und halten Sie sie ein. Eine Rückmeldung innerhalb von drei Werktagen ist auch dann möglich, wenn das Gespräch erst zwei Wochen später stattfindet — es reicht ein Anruf, der sagt, dass die Bewerbung angekommen ist und wann es weitergeht.
Eine Bewerbung, die drei Werktage unbeantwortet bleibt, ist im Zweifel keine Bewerbung mehr. Wer zuerst zurückruft, führt das erste Gespräch, und das erste Gespräch wiegt oft schwerer als das Angebot, das später kommt.
Gefunden werden: Sichtbarkeit im eigenen Umkreis
Jugendliche suchen anders als Bauherren. Sie tippen kurze Begriffe ein, oft mit dem Ortsnamen, und sie fragen im Freundeskreis. Beides lässt sich beeinflussen: Die Ausbildungsseite sollte den Ort im Titel tragen und die umliegenden Gemeinden im Text erwähnen, weil der Arbeitsweg mit dem Rad oder dem Bus zurückgelegt wird. Wie lokale Sichtbarkeit im Garten- und Landschaftsbau grundsätzlich funktioniert, steht unter Local SEO.
Zweitens gehört der Ausbildungsplatz in Ihr Unternehmensprofil, in die Lehrstellenbörse der zuständigen Kammer und auf die Meldung an die Arbeitsagentur. Diese Wege kosten nichts außer Zeit, und sie erreichen die Beratungsstellen, an die sich Jugendliche und Eltern wenden. Achten Sie darauf, dass überall dieselbe Ansprechperson und dieselbe Telefonnummer steht wie auf der Website.
Drittens wirkt der eigene Betrieb als Multiplikator. Auszubildende und junge Mitarbeitende erzählen in ihrem Umfeld, ob es sich lohnt. Eine Prämie für erfolgreiche Empfehlungen ist üblich und wirksam, aber sie ersetzt nicht den Grund, aus dem jemand empfiehlt. Häufig führt der Weg zum nächsten Auszubildenden über den vorherigen, wenn er geblieben ist und zufrieden ist.
Rechtlicher Rahmen, kurz und sachlich
Eine Ausbildungsanzeige ist eine Stellenausschreibung und unterliegt damit den Vorgaben des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes. Praktisch heißt das: geschlechtsneutrale Formulierung mit dem Zusatz für alle Geschlechter, keine Altersgrenzen, keine Anforderungen, die auf Herkunft oder Religion zielen. Ein Satz wie: Wir suchen eine Auszubildende oder einen Auszubildenden (m/w/d), ist unauffällig und erfüllt den Zweck.
Beim Praktikum und in der Ausbildung gelten für Minderjährige die Regelungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes zu Arbeitszeit, Ruhepausen, Nachtarbeit und bestimmten gefährlichen Tätigkeiten. Für Jugendliche ist vor Beginn der Beschäftigung eine ärztliche Erstuntersuchung vorgesehen. Diese Punkte gehören nicht in voller Länge auf die Website, aber sie müssen im Betrieb geklärt sein, bevor der erste Praktikant auf der Baustelle steht.
Der dritte Bereich betrifft Daten und Bilder. Bewerbungsunterlagen sind personenbezogene Daten mit einer Aufbewahrungs- und Löschfrist; legen Sie fest, wie lange Sie sie behalten und wer Zugriff hat, und weisen Sie im Formular darauf hin. Für Fotos und Filme gilt die schriftliche Einwilligung, bei Minderjährigen zusätzlich die der Erziehungsberechtigten. Diese Hinweise sind allgemeiner Natur und ersetzen keine rechtliche Prüfung im Einzelfall.
Vor der Veröffentlichung prüfen
Das Ausbildungsjahr rückwärts planen
Alles bisher Beschriebene funktioniert nur, wenn es zur richtigen Zeit passiert. Setzen Sie den Ausbildungsbeginn als Fixpunkt und planen Sie von dort rückwärts. Im Herbst des Vorjahres werden Schulen angesprochen und Praktikumsplätze gemeldet. Im Winter laufen die Praktika, und genau dann sollte die Ausbildungsseite aktuell sein, weil sie nach dem Praktikum zu Hause aufgerufen wird. Im Frühjahr kommen die Bewerbungen, und dann zählt die Antwortzeit. Im Frühsommer stehen Vertrag und Vorbereitung an.
Zwischen Vertragsunterschrift und erstem Arbeitstag liegen häufig mehrere Monate. In dieser Zeit werden unterschriebene Verträge erfahrungsgemäß am ehesten wieder gelöst (Projekterfahrung). Halten Sie Kontakt: eine Nachricht nach den Zeugnissen, eine Einladung zum Betriebsfest, ein kurzer Anruf im Juli mit den praktischen Informationen zum ersten Tag. Das kostet wenig und verhindert, dass der Platz im August doch leer bleibt.
Halten Sie den Ablauf einmal schriftlich fest, mit Monat, Aufgabe und zuständiger Person. Im Folgejahr ist der Plan bereits vorhanden, und die Arbeit reduziert sich auf das Aktualisieren von Zahlen und Terminen. Wer diese Pflege nicht selbst leisten will, kann sie in eine laufende Betreuung der Website legen — entscheidend ist, dass sie stattfindet, nicht, wer sie macht.