Drei Angebote liegen auf dem Schreibtisch, und keines lässt sich mit dem anderen vergleichen. Das erste nennt einen Festpreis für die komplette Website. Das zweite nennt einen Stundensatz und eine Schätzung, die ausdrücklich keine Zusage ist. Das dritte nennt eine niedrige Monatsrate, in der angeblich alles enthalten ist, und keinen Aufbaupreis. Für eine Betriebsleitung im Garten- und Landschaftsbau ist das die gleiche Situation wie beim Kunden, der drei Angebote für dieselbe Terrasse einholt: Die kleinste Zahl gewinnt, bis jemand nachfragt, was unter dem Pflaster liegt. Dieser Beitrag rechnet die drei Modelle über fünf Jahre durch, benennt die Posten, die in keinem der Angebote stehen, und beziffert, was Eigenleistung wirklich spart. Er ersetzt keine Angebotsprüfung im Einzelfall, aber er sagt, welche Fragen Sie stellen müssen, bevor Sie unterschreiben. Wer die Größenordnungen vorab sortieren möchte, findet sie auf der Seite Preise.
Das Wichtigste in Kürze
- Festpreis, Stundensatz und Baukasten-Abo lassen sich am Anfangsbetrag nicht vergleichen: Erst die Summe aus Aufbau, Pflege, Änderungen und eigener Arbeitszeit über fünf Jahre zeigt, welches Modell den Betrieb tatsächlich günstiger kommt.
- Ein belastbarer Festpreis nennt die Zahl der Seiten, die Herkunft der Texte, den Umgang mit Bildern, die Rechtstexte und den Zeitpunkt der Abnahme; fehlt einer dieser Punkte, wandert er später als Nachtrag in die Rechnung.
- Vier Posten laufen nach dem Aufbau weiter und stehen selten im Angebot: Domain, Hosting, technische Pflege und die Aufbereitung neuer Baustellenfotos. Wer sie nicht einplant, hat die Website falsch kalkuliert, nicht zu teuer eingekauft.
- Eigenleistung senkt den Aufbaupreis spürbar und kostet Termine: Texte und Fotos selbst zu liefern verschiebt den Start häufig um Wochen, weil die Zuarbeit in der Saison zwischen Baustelle und Büro liegen bleibt.
- Das Baukasten-Abo kann über fünf Jahre die kleinere Zahl sein und lässt den Betrieb trotzdem ohne Gegenwert zurück: Wer kündigt, nimmt Texte und Fotos mit, den Aufbau der Seite jedoch nicht.
Drei Preismodelle, drei verschiedene Risiken
Die drei Angebote sind deshalb nicht vergleichbar, weil sie unterschiedliche Dinge beschreiben. Der Festpreis beschreibt ein Ergebnis: eine fertige Website mit einem vorher festgelegten Umfang. Der Stundensatz beschreibt einen Aufwand: die Arbeitszeit, die jemand für Ihr Vorhaben aufwendet, ohne dass die Gesamtmenge feststeht. Das Baukasten-Abo beschreibt eine Nutzung: das Recht, ein fremdes System zu bespielen, solange die Rate bezahlt wird. Wer diese drei Zahlen nebeneinanderlegt, vergleicht ein Werk mit einer Zeitabrechnung und einer Miete.
Der Unterschied zwischen den Modellen ist im Kern eine Frage, die jeder Galabau-Betrieb aus dem eigenen Geschäft kennt: Wer trägt das Risiko, wenn es aufwendiger wird als gedacht? Beim Festpreis trägt es der Anbieter. Er kalkuliert einen Puffer ein, und dieser Puffer ist der Preis dafür, dass Sie vorher wissen, was am Ende auf der Rechnung steht. Beim Stundensatz tragen Sie das Risiko. Läuft alles glatt, zahlen Sie weniger als beim Festpreis. Zieht sich die Abstimmung, zahlen Sie mehr, und Sie merken es erst, wenn die Rechnungen eintreffen.
Beim Abo trägt das Risiko zunächst niemand, und genau das macht es auf den ersten Blick attraktiv. Es gibt keinen großen Betrag, der auf einmal fällig wird, und der Ausstieg wirkt jederzeit möglich. Bezahlt wird trotzdem, nur eben in sechzig kleinen Beträgen statt in einem großen. Der eigentliche Unterschied zeigt sich nicht in den Kosten, sondern am Ende der Laufzeit: Beim Festpreis und beim Stundensatz haben Sie danach etwas, beim Abo haben Sie fünf Jahre lang etwas gehabt.
| Frage | Festpreis | Stundensatz | Baukasten-Abo |
|---|---|---|---|
| Was wird verkauft | Ein Ergebnis | Arbeitszeit | Eine Nutzung |
| Wer trägt das Aufwandsrisiko | Der Anbieter | Der Betrieb | Offen, bis gekündigt wird |
| Wann ist die Summe bekannt | Vor dem Start | Nach dem Projekt | Erst nach der Laufzeit |
| Wie werden Änderungen bezahlt | Als benannter Nachtrag | Nach Zeit | Über Zusatzpakete |
| Was bleibt nach fünf Jahren | Die Website im Haus | Die Website im Haus | Texte und Bilder |
| Wofür geeignet | Klarer Umfang | Laufende Weiterarbeit | Sehr kurzer Horizont |
Was in einem Festpreis enthalten sein sollte
Ein Festpreis ist nur so belastbar wie die Beschreibung dahinter. Sie kennen das aus Ihren eigenen Angeboten: Eine Terrasse zum Pauschalpreis ohne Angabe von Fläche, Belag, Unterbau und Entsorgung ist keine Kalkulation, sondern eine Einladung zum Streit. Bei einer Website gilt dasselbe. Der Preis sagt nichts, solange nicht steht, wie viele Seiten entstehen, wer die Texte schreibt, was mit den Fotos passiert und wann die Abnahme stattfindet.
Wie viele Leistungsseiten ein Betrieb braucht, hängt an den Gewerken. Wer Pflasterarbeiten, Terrassen, Zisternen und komplette Gartenanlagen anbietet, wie es zum Beispiel bei Viktor Waldbauer Garten- und Landschaftsbau aus Nordstemmen der Fall ist, kommt auf mehr Seiten als ein Betrieb, der ausschließlich Grünpflege im Objekt macht. Deshalb ist die Seitenzahl der erste Punkt, der in einem Festpreisangebot stehen muss. Alles Weitere hängt daran: Textmenge, Bildbedarf, Abstimmungsaufwand.
Seitenumfang
Startseite, Leistungsseiten je Gewerk, Referenzen, Einsatzgebiet, Kontakt, Rechtstexte. Die Anzahl gehört ins Angebot, nicht in eine mündliche Absprache.
Texte
Wer schreibt: der Anbieter nach Gespräch, Sie selbst, oder gemischt? Dieser Punkt verschiebt den Preis stärker als jede technische Entscheidung.
Bilder
Zuschnitt, Helligkeit, Dateigröße und Reihenfolge Ihrer Baustellenfotos. Ohne diesen Posten landen unbearbeitete Aufnahmen in der Galerie.
Darstellung mobil
Die meisten Anfragen entstehen abends auf dem Telefon. Die mobile Ansicht ist kein Zusatz, sondern der Hauptfall und gehört in den Grundpreis.
Rechtstexte
Impressum, Datenschutzerklärung und Einwilligung im Formular. Ob sie enthalten sind oder extern zugekauft werden, gehört ins Angebot.
Abnahme
Ein benannter Zeitpunkt, eine Korrekturschleife mit Umfang, eine Freigabe. Ohne Abnahmeregel bleibt offen, wann das Projekt beendet ist.
Fehlt einer dieser sechs Punkte im Angebot, verschwindet er nicht, sondern taucht später als Nachtrag auf. Das ist nicht unseriös, sondern die logische Folge einer unvollständigen Beschreibung. Sie kennen den Mechanismus von der anderen Seite: Was im Leistungsverzeichnis fehlt, wird nachträglich beauftragt oder nachträglich diskutiert. Wer wissen möchte, welche Bausteine bei einer Website für einen Galabau-Betrieb überhaupt zusammenkommen, findet den Überblick unter Galabau-Website.
Wo der Stundensatz sinnvoll ist und wo er entgleist
Der Stundensatz hat einen berechtigten Platz, aber nicht beim Erstaufbau. Sinnvoll ist er dort, wo der Umfang naturgemäß offen ist: bei der laufenden Weiterarbeit, bei kleinen Ergänzungen im Jahresverlauf, bei einer Auswertung, die nach dem ersten Blick eine zweite Frage aufwirft. Für diese Arbeiten einen Festpreis zu verlangen, würde bedeuten, für jede halbe Stunde ein Angebot zu schreiben, und das kostet beide Seiten mehr, als die Arbeit wert ist.
Beim Erstaufbau entgleist die Zeitabrechnung an einer bestimmten Stelle: beim Abstimmungsaufwand. Wenn drei Personen im Betrieb unterschiedliche Vorstellungen von der Startseite haben, wenn Texte in mehreren Runden umgestellt werden, wenn Fotos nachgeliefert und dann doch getauscht werden, entstehen Stunden, die niemand geplant hat. Beim Festpreis ist dieser Aufwand einkalkuliert. Beim Stundensatz zahlen Sie ihn, und zwar für Entscheidungen, die im eigenen Haus getroffen werden.
Wenn Sie nach Aufwand beauftragen, brauchen Sie deshalb zwei Dinge, die im Angebot stehen sollten: eine Obergrenze, ab der vor der Weiterarbeit Rücksprache gehalten wird, und eine Abrechnung, die Tätigkeiten benennt statt nur Stunden zu summieren. Ein Stundenzettel mit der Zeile Webarbeiten ist so aussagekräftig wie ein Bauabschlag mit der Zeile Gartenarbeiten. Beides lässt sich nicht prüfen.
Die Obergrenze schriftlich festhalten
Das Baukasten-Abo: niedrige Rate, offene Rechnung
Beim Abo-Modell entsteht die Website in einem Homepage-Baukasten, den ein Anbieter betreibt. Der Aufbau wird niedrig angesetzt oder ganz erlassen, dafür läuft eine Monatsrate. Rechnerisch ist das über fünf Jahre häufig die kleinere Zahl, und es wäre unredlich, das zu verschweigen. Wer schnell sichtbar sein muss und keine Rücklage für eine einmalige Investition hat, trifft mit diesem Weg keine falsche Entscheidung, solange er weiß, was er kauft.
Was er kauft, ist Nutzung, nicht Eigentum. Die Texte gehören dem Betrieb, die Fotos gehören dem Betrieb, die Domain lässt sich in der Regel mitnehmen. Der Aufbau der Seite gehört ihm nicht. Wer nach vier Jahren wechselt, beginnt beim Aufbau von vorn, und die Arbeit an Struktur, Reihenfolge und Formularlogik fällt ein zweites Mal an. Das ist der Posten, den die Monatsrate nicht zeigt und den auch die Fünf-Jahres-Rechnung erst am Rand sichtbar macht.
Der zweite Punkt betrifft die Rate selbst. Sie ist selten über die ganze Laufzeit stabil, weil Funktionen, die anfangs nicht gebraucht wurden, später als Zusatzpaket dazukommen: mehr Seiten, ein größerer Bildspeicher, ein Formular mit Dateianhang für Fotos vom Kunden. Jedes Paket ist für sich klein. In Summe verschiebt es die Rechnung deutlich, und zwar in dem Jahr, in dem der Betrieb wächst und die Website eigentlich mehr leisten soll.
Die Frage, die vor dem Abschluss zu klären ist
Folgekosten, die selten im Angebot stehen
Die einmaligen Kosten sind der Teil, über den gesprochen wird. Die laufenden sind der Teil, der überrascht, und zwar meist im zweiten Jahr, wenn die erste Rechnung für etwas eintrifft, das im Aufbaupreis nicht enthalten war. Vier Posten laufen nach dem Aufbau weiter, unabhängig vom gewählten Modell. Sie sind einzeln klein und in Summe über fünf Jahre größer als mancher Aufbaupreis.
Dazu kommt ein fünfter, der keine Rechnung erzeugt und trotzdem Geld kostet: die eigene Arbeitszeit. Jemand im Betrieb muss Fotos auswählen, Änderungen melden, neue Referenzen liefern und die Stellenanzeige aktualisieren. Diese Stunden fallen an, ob sie erfasst werden oder nicht, und sie fallen im Frühjahr an, wenn sie am teuersten sind.
- Domain je Jahr, meist ein kleiner Betrag, aber auf den Betrieb eingetragen und nicht auf den Anbieter
- Hosting je Monat, mit Sicherheitsupdates, Sicherungen und einer erreichbaren Ansprechstelle bei Störungen
- Technische Pflege, damit Formulare, Karten und Bildergalerien nach Systemaktualisierungen weiter funktionieren
- Inhaltliche Pflege, also neue Referenzen, aktuelle Preise, geänderte Öffnungszeiten und Stellenanzeigen
- Aufbereitung neuer Baustellenfotos, wenn die Galerie nicht innerhalb einer Saison veralten soll
- Eigene Arbeitszeit für Zuarbeit, Freigaben und Abstimmung, im Kalender eingeplant statt nebenbei
Wer diese Posten in einer Pauschale bündelt, kann sie planen: Pflege und Hosting sind ab 39 Euro im Monat (Projekterfahrung) kalkulierbar, die Aufbereitung eines Fotobestands liegt ab 290 Euro (Projekterfahrung). Entscheidend ist weniger die Höhe als die Frage, ob der Posten überhaupt im Budget steht. Eine Website ohne eingeplante Pflege altert nicht langsam, sondern in Sprüngen: Sie funktioniert, funktioniert, funktioniert, und dann nimmt das Formular eines Tages keine Anfragen mehr an.
Eigenleistung: was sie spart und was sie kostet
Eigenleistung ist im Galabau ein vertrautes Thema, meist von der anderen Seite: Der Kunde will den Aushub selbst machen, um zu sparen, und der Betrieb weiß, dass die Ersparnis oft kleiner ausfällt als gedacht, weil der Termin sich verschiebt und die Vorleistung nachgearbeitet werden muss. Bei einer Website ist es genauso. Eigenleistung senkt den Aufbaupreis, aber sie verschiebt Arbeit, sie beseitigt sie nicht.
Am meisten spart, wer Fotos liefert, die bereits brauchbar sind. Aufnahmen bei Tageslicht, im Querformat, vom selben Standpunkt vor und nach der Ausführung: Solche Bilder ersparen dem Projekt eine ganze Runde. Wie sie mit dem Telefon entstehen, ist auf der Seite Fotos für die Galabau-Website beschrieben. Am wenigsten spart, wer Texte selbst schreiben will und dafür keine feste Zeit im Kalender hat. Ein Text, der drei Monate liegen bleibt, ist teurer als jeder Textposten im Angebot.
Rechnen Sie Eigenleistung deshalb mit einem kalkulatorischen Stundensatz. Wenn eine Stunde Bürozeit im Betrieb mit 45 Euro (Projekterfahrung) angesetzt wird, kosten dreißig Stunden Eigenleistung 1.350 Euro, die in keiner Rechnung stehen und trotzdem im Betrieb fehlen. Das macht den Vergleich ehrlich, und es macht die Entscheidung leichter: Manche Aufgaben lohnt sich zu übernehmen, andere nicht.
| Aufgabe | Selbst übernehmen | Vergeben |
|---|---|---|
| Baustellenfotos aufnehmen | Lohnt sich, Sie sind vor Ort | Nur bei Sonderfällen nötig |
| Fotos zuschneiden und aufhellen | Zeitaufwendig ohne Übung | Ein klarer, einmaliger Posten |
| Leistungen beschreiben | Fachlich unersetzbar als Zuarbeit | Formulierung und Struktur |
| Texte fertig ausformulieren | Bleibt in der Saison liegen | Hält den Termin |
| Referenzen nachpflegen | Gut machbar, wenn eingerichtet | Sinnvoll bei großen Mengen |
| Technik aktuell halten | Nicht empfehlenswert | Gehört in die Pflegepauschale |
Eigenleistung, die keinen festen Termin im Kalender hat, ist keine Ersparnis, sondern eine Verzögerung mit Rechnung.
Die Rechnung über fünf Jahre
Fünf Jahre sind für eine Website ein realistischer Betrachtungszeitraum (Projekterfahrung). Früher wird selten neu gebaut, viel später wird der Aufbau technisch und inhaltlich zur Last. In diesem Zeitraum lassen sich die drei Modelle vergleichen, weil alle Posten einmal vorkommen: Aufbau, Bilder, laufende Kosten, Änderungen und die eigene Arbeitszeit.
Das folgende Rechenbeispiel unterstellt einen Betrieb mit vier Gewerken, einer Referenzgalerie und einem Anfrageformular, in allen drei Modellen mit dem gleichen Seitenumfang. Die Beträge stammen aus eigenen Projekten (Projekterfahrung) und sind netto. Sie sind kein Angebot, sondern eine Größenordnung, mit der sich die eigenen Zahlen einsortieren lassen.
# Rechenbeispiel (Projekterfahrung), alle Beträge netto in Euro
# Annahme: gleicher Seitenumfang, fünf Jahre Nutzung, ein Betrieb mit vier Gewerken
Posten Festpreis Stundensatz Baukasten-Abo
--------------------------------------------------------------------
Aufbau einmalig 2.900 2.975 0
Bildaufbereitung 290 0 0
Hosting und Pflege 5 Jahre 2.340 720 3.540
Änderungen in 5 Jahren 600 2.550 960
--------------------------------------------------------------------
Summe nach 5 Jahren 6.130 6.245 4.500
Eigene Arbeitszeit 8 Std. 10 Std. 30 Std.
bewertet mit 45 Euro/Std. 360 450 1.350
--------------------------------------------------------------------
Gesamtaufwand 5 Jahre 6.490 6.695 5.850
Danach im Eigentum ja ja neinZwei Dinge fallen an dieser Rechnung auf. Erstens liegen Festpreis und Stundensatz näher beieinander, als es die Angebote vermuten lassen: Der Stundensatz ist beim Aufbau günstiger und holt die Differenz über fünf Jahre bei den Änderungen wieder ein, weil jede Kleinigkeit einzeln abgerechnet wird. Zweitens ist das Abo die kleinere Zahl, solange man nur die Rechnungen zählt, und die größere, sobald die eigene Arbeitszeit mit einem Wert versehen wird.
Die Zeile, die keine Zahl hat, ist am Ende die wichtigste: Was steht nach fünf Jahren im Haus? Beim Festpreis und beim Stundensatz eine Website, die sich umziehen, erweitern und weiterverwenden lässt. Beim Abo ein Bestand an Texten und Bildern und die Aufgabe, den Aufbau erneut zu bezahlen. Wer den Vergleich fair ziehen will, addiert diesen zweiten Aufbau zur Abo-Summe und rechnet dann noch einmal nach.
Woran Sie ein belastbares Angebot erkennen
Ein Angebot lässt sich in wenigen Minuten prüfen, wenn man weiß, worauf zu schauen ist. Die Prüfung folgt derselben Logik, die Sie bei Ihren eigenen Angeboten anwenden: Was ist beschrieben, was ist ausgeschlossen, was passiert bei Abweichungen, und wann ist die Leistung erbracht?
Die folgenden fünf Schritte reichen für eine erste Einordnung. Sie ersetzen keine vertragliche Prüfung, machen aber sichtbar, ob ein Anbieter über den Aufbau hinaus gedacht hat oder nur einen Betrag genannt hat.
Umfang zählen
Suchen Sie im Angebot nach einer Zahl: wie viele Seiten, wie viele Referenzeinträge, wie viele Formularfelder. Steht dort keine Zahl, sondern nur eine Aufzählung von Begriffen, ist der Umfang nicht vereinbart und der Preis nicht belastbar.
Texte und Bilder zuordnen
Klären Sie schriftlich, wer die Texte schreibt und wer die Fotos aufbereitet. Diese beiden Zeilen verschieben den Preis stärker als jede technische Entscheidung und sind die häufigste Ursache für Nachträge.
Folgekosten benennen lassen
Lassen Sie sich Domain, Hosting, technische und inhaltliche Pflege als Jahresbetrag zeigen, nicht als Hinweis auf spätere Abstimmung. Rechnen Sie diesen Betrag mit fünf Jahren hoch und legen Sie ihn neben den Aufbaupreis.
Änderungen regeln
Fragen Sie, was eine typische Änderung nach der Abnahme kostet: eine neue Referenz, ein neuer Text, eine neue Stellenanzeige. Wer darauf keine Antwort hat, rechnet später nach Aufwand, auch wenn das Angebot Festpreis heißt.
Ausstieg klären
Fragen Sie, was mitgeht, wenn Sie den Anbieter wechseln: Domain, Texte, Bilder, Aufbau. Diese Frage kostet nichts und entscheidet über die Kosten des übernächsten Schritts. Notieren Sie die Antwort schriftlich.
Wenn ein Anbieter auf alle fünf Punkte eine klare Antwort gibt, ist der genannte Preis belastbar, auch wenn er höher liegt als der Vergleichspreis. Wenn drei Punkte offen bleiben, ist die kleinere Zahl im Angebot keine Ersparnis, sondern eine Verschiebung in die Zukunft.
Wenn das Budget für alles auf einmal nicht reicht
Nicht jeder Betrieb kann im Winter mehrere tausend Euro binden, gerade wenn im Frühjahr eine Maschine ansteht. Die Antwort darauf ist selten das billigste Angebot, sondern eine kleinere erste Ausbaustufe. Eine Website ab 1.490 Euro (Projekterfahrung) mit wenigen, aber vollständigen Seiten leistet mehr als eine umfangreiche Seite, deren Inhalte halbfertig bleiben, weil die Zuarbeit fehlt.
Sinnvoll ist die Reihenfolge nach Wirkung: zuerst die Seiten, die Anfragen erzeugen, also Startseite, die zwei bis drei wichtigsten Gewerke, das Einsatzgebiet und ein Anfrageformular, das die Fragen stellt, die sonst am Telefon geklärt werden. Später folgen weitere Gewerkeseiten, die Referenzgalerie in voller Breite und die Karriereseite. Eine umfangreichere Umsetzung ab 2.900 Euro (Projekterfahrung) lohnt sich, wenn Bildbestand und Texte tatsächlich vorliegen.
Was sich dagegen selten rechnet: eine bestehende Seite nur oberflächlich zu überarbeiten, weil ein Neuaufbau zu teuer erscheint. Wenn Struktur, Ladeverhalten und mobile Darstellung nicht tragen, ist die Auffrischung eine Ausgabe ohne Wirkung, die zwei Jahre später erneut anfällt. Wann sich ein Relaunch lohnt und wann Pflege ausreicht, entscheidet sich an diesen drei Punkten, nicht am Alter der Seite.
Steuer und Förderung im Einzelfall prüfen
Was ein Wechsel später kostet
Die letzte Position in der Kostenrechnung entsteht erst, wenn das Projekt lange abgeschlossen ist: der Wechsel. Betriebe wechseln den Anbieter aus guten Gründen, weil jemand aufhört, weil die Betreuung nachlässt oder weil der Betrieb gewachsen ist. Wie teuer dieser Wechsel wird, entscheidet sich nicht beim Wechsel, sondern bei der Beauftragung Jahre zuvor.
Drei Punkte bestimmen die Höhe. Erstens die Domain: Ist sie auf den Betrieb eingetragen, ist der Umzug eine Formalie, sonst wird er zur Verhandlung. Zweitens die Inhalte: Liegen Texte und Bilder in einer üblichen Form vor, lassen sie sich mitnehmen, sonst werden sie abgetippt und neu aufbereitet. Drittens der Aufbau: Ein eigenständig betriebenes System zieht um, ein Baukasten-Konto nicht.
Diese drei Punkte kosten bei der Beauftragung nichts außer der Frage danach. Sie beim Wechsel zu klären, kostet in aller Regel mehrere Arbeitstage. Deshalb gehört die Ausstiegsfrage in dieselbe Unterhaltung wie der Preis, auch wenn beides thematisch weit auseinanderzuliegen scheint.