Zwei Garten- und Landschaftsbaubetriebe können dieselbe Auftragssumme schreiben und trotzdem unterschiedlich verdienen. Der Unterschied liegt selten im Angebotspreis, sondern in der Anfahrt: Wer seine Kolonnen jeden Morgen über Land schickt, verliert vor dem ersten Spatenstich Arbeitszeit, Kraftstoff und Maschinenstunden. Lokale Sichtbarkeit ist deshalb im Galabau keine reine Marketingfrage, sondern eine Frage der Kalkulation. Es geht nicht darum, überall gefunden zu werden, sondern genau dort, wo der Betrieb ohne Leerfahrten arbeiten kann — üblicherweise in einem Umkreis von 30 bis 50 Kilometern (Projekterfahrung), mit einer deutlich engeren Kernzone in der Mitte. Dieser Artikel beschreibt, wie diese Sichtbarkeit praktisch entsteht: über ein vollständig gepflegtes Unternehmensprofil, über Angaben, die in jedem Verzeichnis identisch sind, und über Ortsseiten, die tatsächlich etwas über den Ort erzählen. Genauso wichtig ist der zweite Teil: was regelmäßig versucht wird und nicht trägt.
Das Wichtigste in Kürze
- Lokale Sichtbarkeit im Galabau ist eine Kalkulationsfrage: Jeder Kilometer Anfahrt kostet Arbeitszeit und Maschinenstunden, bevor der erste Handgriff getan ist — sichtbar sein muss man dort, wo die Kolonne ohne Leerfahrt hinkommt.
- Ein lokaler Treffer entsteht aus Nähe, thematischer Passung und Bekanntheit. Die Nähe lässt sich nicht verändern, Passung und Bekanntheit dagegen schon: über Kategorien, Gewerketexte, Ortsseiten und Erwähnungen aus dem Umkreis.
- Das Unternehmensprofil gehört in die Hand des Betriebs: eigene Zugangsdaten, hinterlegtes Einsatzgebiet statt reiner Adresse, alle Gewerke einzeln eingetragen und echte Fotos der eigenen Arbeiten statt Katalogbilder.
- Name, Anschrift und Rufnummer müssen in jedem Verzeichnis zeichengenau übereinstimmen. Abweichende Schreibweisen, alte Mobilnummern und vergessene Zweitprofile kosten Sichtbarkeit, ohne dass es im Betrieb jemand bemerkt.
- Ortsseiten wirken nur mit echtem Inhalt: eine Referenz aus dem Ort, Angaben zu Boden und Anfahrt, ein Ansprechpartner. Ausgetauschte Ortsnamen in ansonsten identischen Texten bringen keinen dauerhaften Vorteil.
Warum der Einsatzradius über die Marge entscheidet
Rechnen Sie einmal grob nach, was eine Fahrstunde in Ihrem Betrieb kostet. Eine Kolonne aus drei Personen sitzt mitsamt Fahrzeug, Anhänger und Maschinen im Auto — bezahlte Zeit, in der nichts entsteht. Fährt dieselbe Kolonne morgens eine Stunde hin und abends eine Stunde zurück, verliert sie an einem Zehn-Stunden-Tag rund ein Fünftel ihrer verkaufbaren Zeit (Projekterfahrung). Bei einem zweitägigen Pflasterauftrag ist das ein halber Arbeitstag, der in keiner Position der Rechnung auftaucht. Genau deshalb ist die Frage, aus welchem Umkreis die Anfragen kommen, betriebswirtschaftlich wichtiger als die Frage, wie viele Anfragen es insgesamt sind.
Im Alltag verschiebt sich der Radius meist unbemerkt. Ein guter Auftrag aus einem entfernten Ort bringt eine Empfehlung im selben Ort, daraus wird eine zweite Baustelle, und plötzlich fährt die Kolonne regelmäßig weit. Solange die Auslastung stimmt, fällt das nicht auf. Wird es enger, rächt sich der ausgefranste Radius doppelt: Die Fahrten bleiben, die Aufträge werden kleiner. Ein Betrieb, der seine Sichtbarkeit bewusst auf die Kernzone lenkt, kann in der Saison auswählen und in der Nebensaison gezielt weiter greifen — statt umgekehrt.
Die zweite Größe neben der Entfernung ist die Fahrzeit. Fünfundzwanzig Kilometer über die Autobahn sind entspannter als fünfzehn Kilometer über Dorfstraßen mit Anhänger. Wer seinen Radius festlegt, sollte deshalb nicht mit dem Zirkel auf der Karte arbeiten, sondern mit den realen Fahrzeiten der Kolonnenfahrzeuge zur morgendlichen Stoßzeit. Das Ergebnis ist selten ein Kreis, sondern eine unregelmäßige Fläche entlang der Hauptachsen — und genau diese Fläche sollte die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen sein.
Die folgenden Zonen sind Erfahrungswerte aus Projekten mit Garten- und Landschaftsbaubetrieben (Projekterfahrung). Sie ersetzen keine eigene Nachkalkulation, geben aber eine brauchbare Ordnung.
| Zone | Einordnung | Wirtschaftliche Folge |
|---|---|---|
| Bis 15 km | Kernzone: tägliche Baustellen, kurze Wege, Nachbesserung ohne Aufwand | Höchster Deckungsbeitrag, Empfehlungen bleiben im Ort |
| 15 bis 30 km | Standardzone: planbar, eine Anfahrt pro Tag meist vertretbar | Auskömmlich, wenn sich Aufträge bündeln lassen |
| 30 bis 50 km | Randzone: sinnvoll für größere oder mehrtägige Aufträge | Marge hängt an Auftragsgröße und Anfahrtsregelung |
| Über 50 km | Ausnahmezone: Fachleistungen, Bestandskunden, Sonderfälle | Meist nur mit Übernachtung oder gesonderter Anfahrt tragfähig |
| Winterdienst | Eigener, engerer Radius wegen Räumfristen | Nur haltbar, wenn die Tour in der vereinbarten Zeit machbar ist |
Wie ein lokaler Treffer überhaupt zustande kommt
Wer nach „Pflasterarbeiten“ und einem Ortsnamen sucht, bekommt heute zuerst ein Kartenfenster mit einer Handvoll Betrieben und darunter die klassischen Treffer. Welche Betriebe im Kartenfenster erscheinen, entscheidet sich vereinfacht über drei Größen: die Entfernung zum Suchenden, die inhaltliche Passung zwischen Anfrage und hinterlegten Angaben sowie die Bekanntheit des Betriebs im Netz. Keine dieser Größen lässt sich kaufen, alle drei lassen sich beeinflussen — die erste allerdings nur begrenzt.
Für die Praxis heißt das: Ein Betrieb wird selten in einem Ort auftauchen, in dem er weder eine Adresse noch ein hinterlegtes Einsatzgebiet noch nachweisbare Arbeiten hat. Umgekehrt kann ein kleiner Betrieb in seinem Kernumkreis besser sichtbar sein als ein größerer aus der Nachbarstadt, weil die Entfernung für ihn spricht. Wer diese Logik versteht, hört auf, gegen die Entfernung anzukämpfen, und arbeitet stattdessen an Passung und Bekanntheit.
Nähe
Der Standort des Suchenden im Verhältnis zu Ihrem Betriebssitz und Ihrem hinterlegten Einsatzgebiet. Diese Größe ist gesetzt — sie bestimmt, wo Sichtbarkeit überhaupt realistisch ist, und sollte deshalb den Zuschnitt Ihrer Inhalte vorgeben.
Passung
Ob Ihre Kategorien, Gewerkebeschreibungen und Seitentexte zu dem passen, was gesucht wird. Ein Betrieb, der Baumpflege anbietet, aber nirgends beschreibt, wird bei der entsprechenden Suche auch nicht gefunden — unabhängig von der Entfernung.
Bekanntheit
Wie oft und wie stimmig Ihr Betrieb im Netz vorkommt: Verzeichnisse, Bewertungen, Vereins- und Lieferantenseiten, Presseerwähnungen aus der Region. Menge allein hilft nicht, Stimmigkeit und regionaler Bezug schon.
Wichtig ist die Reihenfolge. Es lohnt nicht, an Bekanntheit zu arbeiten, solange die Grunddaten widersprüchlich sind. Und es lohnt nicht, Ortsseiten zu bauen, solange das Unternehmensprofil leer ist. Die Hebel bauen aufeinander auf; ausführlicher haben wir das unter Local SEO für Galabau-Betriebe beschrieben.
Das Unternehmensprofil ist das Fundament
Das kostenlose Unternehmensprofil bei der großen Suchmaschine ist für die meisten Galabau-Betriebe der wirksamste einzelne Hebel — und gleichzeitig der am schlechtesten gepflegte. Typisch ist ein Profil, das vor Jahren von einem Familienmitglied angelegt wurde, dessen Zugangsdaten niemand mehr kennt, mit einer alten Mobilnummer, ohne Gewerke und mit drei Fotos aus einem längst abgeschlossenen Projekt. Ein solches Profil schadet nicht nur der Sichtbarkeit, es beantwortet auch keine einzige Frage, die ein Interessent vor dem Anruf hat.
Der erste Schritt ist deshalb organisatorisch, nicht technisch: Holen Sie sich die Inhaberschaft zurück und legen Sie die Zugangsdaten dorthin, wo sie hingehören — in den Betrieb, nicht zu einem Dienstleister und nicht in ein privates Postfach. Erst danach lohnt die inhaltliche Arbeit. Für einen Galabau-Betrieb ist dabei eine Besonderheit wichtig: Wenn Sie zum Kunden fahren und nicht umgekehrt, hinterlegen Sie ein Einsatzgebiet statt einer reinen Adresse. Damit sagen Sie explizit, welche Orte Sie bedienen, statt es dem Zufall zu überlassen.
- Inhaberschaft selbst verifizieren, Zugangsdaten im Betrieb hinterlegen und dokumentieren
- Eine präzise Hauptkategorie wählen und passende Zusatzkategorien für Ihre Gewerke ergänzen
- Einsatzgebiet mit den Orten hinterlegen, in denen Kolonnen tatsächlich regelmäßig arbeiten
- Jedes Gewerk einzeln eintragen: Pflasterbau, Baumpflege, Teichbau, Grünpflege, Zaunbau, Winterdienst
- Bürozeiten angeben statt Baustellenzeiten und die Erreichbarkeit im Winter gesondert regeln
- Echte Fotos eigener Arbeiten hochladen, mit Vorher-Nachher-Paaren, keine Katalogbilder
- Rufnummer und Webadresse prüfen: beide müssen exakt zu den Angaben auf der Website passen
- Doppelte oder alte Profile suchen, zusammenführen oder löschen lassen
Fotos sind im Galabau der stärkste Profilinhalt
Einheitliche Angaben über alle Verzeichnisse
Ihr Betrieb steht im Netz an mehr Stellen, als Sie vermutlich wissen: Branchenverzeichnisse, Kartendienste, Bewertungsportale, Handwerkerplattformen, die Seite des örtlichen Vereins, für den Sie den Rasen pflegen, die Referenzliste eines Baustoffhändlers, ein Gewerbeverzeichnis der Gemeinde. Viele dieser Einträge sind automatisch entstanden. Wenn diese Angaben voneinander abweichen, entsteht ein diffuses Bild — für Suchmaschinen und für Menschen, die eine Nummer wählen, unter der niemand abnimmt.
Die Lösung ist unspektakulär und wirkt zuverlässig: Legen Sie einen verbindlichen Stammdatensatz fest und ziehen Sie ihn zeichengenau überall durch. Zeichengenau heißt wirklich zeichengenau — „Str.“ und „Straße“ sind zwei Schreibweisen, „GmbH & Co. KG“ und „GmbH und Co. KG“ ebenfalls. Legen Sie eine Fassung fest, notieren Sie sie schriftlich, und geben Sie sie jedem weiter, der einen neuen Eintrag anlegt.
Firmenname: exakt wie auf Rechnung und Fahrzeugbeschriftung
Straße: Straßenname und Hausnummer, immer gleiche Schreibweise
PLZ und Ort: ohne Zusätze wie 'Gewerbegebiet' oder 'Ortsteil'
Telefon: eine Nummer, international geschrieben (+49 ...)
E-Mail: eine Betriebsadresse, keine private Zweitadresse
Webadresse: mit https:// und mit oder ohne www, aber überall gleich
Öffnungszeiten: Bürozeiten, nicht Baustellenzeiten
Einsatzgebiet: Liste der Orte, in denen Kolonnen wirklich arbeiten
Gewerke: feste Reihenfolge, feste Bezeichnungen, keine SynonymePlanen Sie für die erste Bereinigung einen halben Tag ein und arbeiten Sie mit einer einfachen Liste: Eintrag gefunden, Zugang vorhanden, korrigiert, Datum. Suchen Sie dabei gezielt nach Ihrer alten Rufnummer und nach früheren Firmierungen — dort verstecken sich die hartnäckigsten Altlasten. Danach reicht ein Termin im Jahr, sinnvollerweise im Januar oder Februar, wenn ohnehin Bürozeit ansteht.
Wenige stimmige Einträge schlagen viele halbe
Ortsseiten mit echtem Inhalt
Die dritte Säule sind eigene Seiten je Ort. Sie sind der Grund, warum ein Betrieb aus Söhlde auch bei Suchen aus Hildesheim, Peine oder Salzgitter vorkommen kann, obwohl seine Adresse nur an einem Ort liegt. Und sie sind zugleich der Bereich, in dem am meisten falsch gemacht wird — weil sich Ortsseiten so leicht vervielfältigen lassen. Genau das ist die Falle: Zwanzig Seiten, bei denen nur der Ortsname ausgetauscht ist, sind zwanzig Mal derselbe Text.
Eine gute Ortsseite beantwortet die Frage, die ein Interessent tatsächlich hat: Arbeitet dieser Betrieb wirklich bei mir, kennt er die Gegend, und hat er hier schon etwas gebaut? Das lässt sich nur mit Inhalten beantworten, die es ohne den Ort nicht gäbe. Faustregel: Wenn Sie den Ortsnamen aus dem Text streichen und nichts fehlt, ist die Seite nicht fertig.
- Mindestens eine echte Referenz aus dem Ort. Ein Projekt mit Fotos, Umfang und Jahreszeit — das ist der Nachweis, der zählt.
- Angaben zu Boden und Gelände. Schwerer Lehm, sandiger Untergrund, Hanglagen, Grundwasserstand: Wer das benennt, zeigt Ortskenntnis und trifft zugleich die Sprache seiner Kunden.
- Anfahrt und Erreichbarkeit. Wie weit ist es von Ihrem Betriebshof, wie schnell ist eine Kolonne im Notfall da, wie läuft die Materialanlieferung in engen Straßen.
- Örtliche Rahmenbedingungen. Baumschutz, Stellplatz- oder Einfriedungsregeln, Anforderungen an Zufahrten: sachlich benennen und auf die Prüfung im Einzelfall bei der Gemeinde hinweisen.
- Ansprechpartner und Kontaktweg. Name, Rufnummer, Formular — ohne Umweg über die Startseite.
- Passende Gewerke. In einem Neubaugebiet steht die Neuanlage im Vordergrund, im Altbestand eher Baumpflege und Sanierung.
Bauen Sie solche Seiten nicht auf Vorrat für die ganze Landkarte, sondern für die Orte, in denen Sie belegbar arbeiten. Drei bis acht gepflegte Ortsseiten sind für die meisten Betriebe die richtige Größenordnung (Projekterfahrung); wächst der Radius, wächst die Liste. Wie eine solche Seite aussehen kann, zeigt unsere Seite für Hildesheim. Referenzbilder sind dabei der wichtigste Baustein — ein Beispiel aus unserer Arbeit ist Viktor Waldbauer Garten- und Landschaftsbau aus Nordstemmen mit Sandplatten, Terrassen, Zisternen und kompletten Gartenanlagen; weitere Arbeiten stehen in der Referenzgalerie.
Eine Ortsseite ist kein Suchmaschinen-Trick, sondern die schriftliche Antwort auf die Frage: Fahrt ihr auch zu mir raus?
Was nicht funktioniert
Zur Ehrlichkeit gehört, die Abkürzungen zu benennen, die im Galabau immer wieder angeboten oder ausprobiert werden. Die meisten kosten Geld oder Zeit, ohne dauerhaft etwas zu verändern; einige können der Sichtbarkeit sogar schaden. Keine dieser Einschätzungen ist ein Naturgesetz — aber sie beruht auf dem, was in Projekten mit Betrieben tatsächlich passiert ist (Projekterfahrung).
- Ortsseiten im Dutzend mit ausgetauschtem Namen. Sie sind schnell gebaut, tragen aber weder inhaltlich noch für Interessenten. Wer sie später löscht, muss zusätzlich Weiterleitungen aufräumen.
- Eine Adresse, an der niemand arbeitet. Ein Briefkasten oder eine Mitbenutzung fremder Räume in der Nachbarstadt fällt auf und gefährdet das Profil, das Sie mühsam aufgebaut haben.
- Ortsnamen im Fließtext häufen. Der zwölfte Ortsname in einem Absatz macht den Text unlesbar und bringt keinen Vorteil. Ein Ort pro Seite, sauber benannt, reicht.
- Gekaufte oder erbetene Gefälligkeitsbewertungen. Sie sind erkennbar, rechtlich heikel und fallen im Betrieb spätestens dann auf die Füße, wenn ein Kunde sie mit der Realität vergleicht.
- Anzeigenschaltung ohne Fundament. Bezahlte Klicks auf eine Seite ohne Referenzen, Ortsbezug und Kontaktweg erzeugen Kosten, keine Anfragen. Erst das Fundament, dann Reichweite zukaufen.
- Der Alles-oder-nichts-Radius. „Wir arbeiten bundesweit“ auf der Website eines Betriebs mit zwei Kolonnen ist unglaubwürdig und verwässert genau die Nähe, die für Sie spricht.
Ebenfalls nicht wirksam ist der einmalige Kraftakt. Viele Betriebe investieren im Winter zwei Wochen in Profil, Einträge und Texte — und fassen es zwölf Monate nicht mehr an. Sichtbarkeit im Umkreis ist eine Pflegeaufgabe, keine Projektaufgabe. Eine Stunde im Monat, fest im Kalender, bringt mehr als eine Woche im Januar.
Vorsicht bei Angeboten mit Rankingversprechen
Bewertungen als lokaler Verstärker
Bewertungen wirken im lokalen Umfeld doppelt: Sie beeinflussen, ob ein Betrieb überhaupt angezeigt wird, und sie entscheiden anschließend darüber, ob jemand anruft. Im Galabau kommt hinzu, dass Aufträge oft über Nachbarschaft und Sichtbarkeit vor Ort entstehen — eine sichtbare, saubere Baustelle und eine gute Bewertung wirken in dieselbe Richtung. Der schwierigste Teil ist nicht die Reaktion auf Kritik, sondern der Anfang: die Bitte um eine Bewertung, die im Arbeitsalltag regelmäßig gestellt wird.
Am besten funktioniert das im Moment der Abnahme, wenn der Kunde vor der fertigen Terrasse steht. Eine kurze, ehrlich formulierte Bitte des Bauleiters, ergänzt durch eine Karte mit Kurzlink oder einen Satz in der Schlussrechnung, ist wirksamer als jede automatisierte Kampagne. Beantworten Sie danach jede Bewertung — die guten kurz und persönlich, die kritischen sachlich, ohne Details zum Auftrag öffentlich auszubreiten. Wie sich das im Betrieb einspielen lässt, steht unter Bewertungen im Galabau.
Bewertungen und Recht
Den Radius bewusst zuschneiden
Sichtbarkeit im gesamten Umkreis ist selten das Ziel. Sinnvoller ist eine bewusste Abstufung: In der Kernzone wollen Sie für alle Gewerke sichtbar sein, in der Randzone nur für die Leistungen, die eine weitere Anfahrt wirtschaftlich tragen. Das lässt sich sauber abbilden, indem nicht jede Ortsseite dasselbe anbietet. Für einen nahen Ort listen Sie Grünpflege, Kleinreparaturen und Neuanlagen; für einen entfernten Ort nur die mehrtägigen Gewerke wie Pflasterflächen, Teichbau oder komplette Gartenanlagen.
Diese Abstufung entlastet auch das Büro. Anfragen, die von vornherein nicht zum Radius passen, entstehen seltener, und die Absage — die immer Zeit kostet und Stimmung verbraucht — wird zur Ausnahme. Wer trotzdem regelmäßig Anfragen aus einer bestimmten fernen Ecke bekommt, hat eine gute Datengrundlage für eine echte Entscheidung: zweiter Standort, feste Kooperation mit einem Kollegenbetrieb oder klare Absage mit Empfehlung.
Kernzone: volle Breite
Alle Gewerke, alle Auftragsgrößen, Pflegeverträge und Winterdienst. Hier lohnt jede Ortsseite, hier zahlen sich Bewertungen und Empfehlungen am stärksten aus, und hier sind kurzfristige Termine machbar.
Randzone: ausgewählte Gewerke
Nur mehrtägige oder spezialisierte Arbeiten, für die sich die Anfahrt rechnet. Ortsseiten mit engerem Leistungsangebot und klarer Aussage zur Anfahrt vermeiden Anfragen, die Sie ohnehin ablehnen.
Saison im Blick
Der Radius darf im Jahresverlauf atmen: In der ruhigeren Zeit lohnt es, weiter zu greifen. Wie sich das auf Inhalte und Kampagnen übertragen lässt, beschreibt die Seite zur Saisonplanung.
Kooperation statt Absage
Für Anfragen weit außerhalb ist eine feste Absprache mit einem Kollegenbetrieb oft der bessere Weg als eine leere Absage — sie erhält die Beziehung und bringt im Idealfall Rückempfehlungen.
Halten Sie den gewählten Radius auch schriftlich fest, sichtbar auf der Website. Ein Satz wie „Wir arbeiten im Umkreis von etwa 35 Kilometern um unseren Betriebshof, für größere Anlagen auch darüber hinaus“ (Projekterfahrung als Formulierungsbeispiel) beantwortet eine Frage, die sonst zu Anrufen führt, die niemand braucht.
Umsetzung in zwölf Wochen
Lokale Sichtbarkeit entsteht nicht über Nacht. Änderungen an Profil und Einträgen brauchen Zeit, bis sie überall angekommen sind, und neue Ortsseiten müssen erst gefunden und bewertet werden. Ein realistischer Zeitraum bis zu den ersten belastbaren Veränderungen liegt bei etwa zwölf Wochen (Projekterfahrung). Der folgende Ablauf hat sich bewährt, weil er mit dem beginnt, was sofort wirkt, und die aufwendigen Teile nach hinten legt.
Woche 1 bis 2: Bestand aufnehmen
Alle vorhandenen Einträge und Profile suchen, auch alte und doppelte. Zugangsdaten zurückholen und dokumentieren. Stammdatensatz festlegen und schriftlich fixieren. Die tatsächlichen Fahrzeiten der Kolonnen erfassen und daraus Kern-, Standard- und Randzone ableiten.
Woche 3 bis 5: Profil vollständig machen
Kategorien und Gewerke eintragen, Einsatzgebiet hinterlegen, Zeiten korrigieren, mindestens zwanzig Fotos abgeschlossener Arbeiten hochladen, Beschreibung neu schreiben. Anschließend die wichtigsten Verzeichnisse auf den Stammdatensatz umstellen und Altlasten löschen lassen.
Woche 6 bis 9: Ortsseiten aufbauen
Für die Orte der Kernzone je eine Seite mit echter Referenz, Boden- und Anfahrtsangaben, Ansprechpartner und passendem Gewerkeangebot. Fotos aus dem jeweiligen Ort zuordnen. Interne Verlinkung von den Gewerkeseiten auf die passenden Ortsseiten setzen.
Woche 10 bis 12: Bewertungen und Messung
Ablauf für die Bewertungsbitte bei der Abnahme festlegen und mit den Bauleitern besprechen. Anfragen ab jetzt nach Ort und Weg erfassen. Erste Auswertung, welche Orte tatsächlich Anfragen bringen, und Nachschärfen dort, wo nichts passiert.
Danach beginnt der Dauerbetrieb: neue Projektfotos ins Profil, gepflegte Ortsseiten nach jedem größeren Auftrag ergänzen, Bewertungen beantworten, einmal jährlich die Verzeichnisse prüfen. Der laufende Aufwand ist überschaubar, wenn die Grundlagen einmal sauber stehen; ohne diese Grundlagen bleibt es dagegen dauerhaft Flickwerk.
Was Sie messen sollten
Ohne Messung bleibt jede Diskussion über Sichtbarkeit Meinung. Sie brauchen dafür keine aufwendige Reichweitenmessung — die entscheidenden Zahlen entstehen ohnehin im Büro. Die wichtigste Frage lautet nicht „Wie viele Besucher hatte die Website?“, sondern „Aus welchen Orten kamen die Anfragen, und was ist daraus geworden?“. Wenn Sie das ein Jahr lang konsequent erfassen, wissen Sie mehr über Ihre lokale Sichtbarkeit als jedes Auswertungswerkzeug Ihnen sagen könnte.
- Ort der Anfrage: Postleitzahl oder Ortsname bei jeder Anfrage notieren, telefonisch wie schriftlich
- Weg der Anfrage: Anruf, Formular, Profil, Empfehlung — eine einzige Frage am Telefon genügt
- Gewerk und ungefähre Auftragsgröße, um Kern- und Randzone getrennt beurteilen zu können
- Ergebnis: Angebot geschrieben, beauftragt, abgelehnt — und bei Ablehnung der Grund
- Anrufe über das Unternehmensprofil, die die Profilstatistik ohnehin ausweist
- Bewertungen: Anzahl und Zeitpunkt, um zu sehen, ob die Bitte bei der Abnahme wirklich gestellt wird
Ein strukturiertes Anfrageformular nimmt Ihnen einen Teil dieser Erfassung ab, weil Ort, Gewerk und Umfang gleich mitkommen — siehe Anfrageformular für Galabau-Betriebe. Werten Sie die Liste zweimal im Jahr aus, im Sommer und im Winter, denn Saisonverläufe verzerren jede Momentaufnahme. Und ziehen Sie daraus tatsächlich Konsequenzen: Orte ohne jede Anfrage brauchen entweder besseren Inhalt oder gehören von der Liste gestrichen.