Vermittlungsportale versprechen genau das, was im Frühjahr fehlt: Anfragen, ohne dafür vorher etwas aufbauen zu müssen. Profil anlegen, Umkreis hinterlegen, Kontakte bekommen. Was ein solcher Kontakt tatsächlich kostet, steht dabei auf keiner Rechnung. Der Preis steckt in der Gebühr je Anfrage, in der Zahl der Mitbewerber, die dieselbe Anfrage bearbeiten, in den Kontaktdaten, die im Portal bleiben, und in den Bewertungen, die dort entstehen, wo sie nicht dem Betrieb gehören. Dieser Beitrag stellt beide Wege nüchtern nebeneinander: was ein Portal leistet, wie sich die Kosten je gewonnenem Auftrag rechnen lassen, welche Rolle Datenhoheit und Bewertungen spielen und unter welchen Bedingungen sich Portal und eigener Kanal sinnvoll ergänzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Portale verkaufen Kontakte, keine Aufträge: Die Gebühr fällt je Anfrage an, der Auftrag entsteht erst danach. Die entscheidende Kennzahl ist deshalb nicht der Preis je Anfrage, sondern die Kosten je gewonnenem Auftrag im Verhältnis zum Deckungsbeitrag.
- Mehrere Betriebe bearbeiten dieselbe Anfrage parallel. Wo Arbeitsproben, Nähe und Handschrift unsichtbar bleiben, entscheidet der sichtbarste Unterschied, und das ist in einer Liste fast durchgehend der Preis.
- Kontaktdaten, Nachrichtenverlauf und Bewertungen liegen beim Portal und enden mit dem Vertrag. Eigene Adressbestände tragen dagegen Pflegeverträge, Winterdienst und Folgeaufträge über Jahre und bleiben bei einer Preiserhöhung des Portals unberührt.
- Die eigene Website ersetzt Portalanfragen erst, wenn sie regional gefunden wird und der Anfrageweg kurz ist. Die Kosten sind dann Fixkosten ab 39 Euro monatlich (eigene Preisliste) statt einer Gebühr, die mit jeder weiteren Anfrage mitwächst.
- Sinnvoll ist die Kombination mit klaren Regeln: Portal als Zusatzkanal für Auslastungslücken, neue Gewerke oder neue Gebiete, dazu ein Budgetdeckel je Monat und die Herkunft jeder Anfrage erfasst, damit nach einer Saison Zahlen statt Eindrücke entscheiden.
Was ein Portal leistet und was es kostet
Vermittlungsportale nehmen dem Betrieb einen Teil der Akquise ab. Sie sammeln Anfragen von Privatleuten, die eine Terrasse pflastern, einen Garten neu anlegen oder einen Baum zurückschneiden lassen wollen, und leiten diese an Betriebe im passenden Umkreis weiter. Der Reiz liegt auf der Hand: Ein Profil ist an einem Abend angelegt, die ersten Kontakte kommen häufig innerhalb weniger Tage, und es braucht weder eigene Texte noch eigene Fotos noch Geduld mit der Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Nach einem schwachen Frühjahr oder dem Ausfall eines großen Auftrags wirkt das wie ein Ventil.
Bezahlt wird auf drei Arten, oft in Mischformen: eine monatliche Mitgliedschaft für die Aufnahme in die Liste, eine Gebühr je weitergeleitetem Kontakt und ein Anteil am Auftragswert, wenn ein Projekt zustande kommt. Alle drei Modelle haben eines gemeinsam: Sie greifen vor dem Auftrag oder unabhängig davon. Der Betrieb zahlt für die Möglichkeit, ein Angebot abgeben zu dürfen, nicht für das Ergebnis. Wer die monatliche Rechnung eines Portals mit den Kosten einer eigenen Website vergleicht, vergleicht deshalb zwei verschiedene Dinge: einen Preis, der mit der Zahl der Anfragen mitwächst, und einen Fixbetrag, der das nicht tut.
Der eigentliche Preis eines Portals steht auf keiner Rechnung. Er entsteht dort, wo der Kunde den Betrieb nicht als Betrieb kennenlernt, sondern als einen von mehreren Einträgen in einer Liste. In dieser Liste wird nach den Merkmalen verglichen, die dort sichtbar sind: Entfernung, Reaktionszeit, Preis. Alles, was einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb sonst unterscheidet, bleibt unsichtbar: die Handschrift beim Pflasterverband, das Auge für Gefälle und Entwässerung, die eigene Kolonne statt wechselnder Nachunternehmer, die Erreichbarkeit auch nach der Abnahme. Ohne einen Ort, an dem diese Unterschiede zu sehen sind, spielen sie in der Entscheidung des Kunden keine Rolle.
Die Rechnung, die zählt
Kosten je Anfrage ehrlich rechnen
Für den Vergleich beider Kanäle reichen vier Zahlen, die in jedem Betrieb vorliegen: die Summe der Portalgebühren im Monat, die Zahl der darüber eingegangenen Anfragen, die Abschlussquote und der Deckungsbeitrag eines durchschnittlichen Auftrags. Wichtig ist, die Abschlussquote getrennt nach Kanal zu führen. Anfragen aus dem Portal und Anfragen über die eigene Seite verhalten sich unterschiedlich, und ein gemeinsamer Durchschnitt verwischt genau den Unterschied, um den es geht. Das folgende Schema lässt sich mit den eigenen Werten in wenigen Minuten ausfüllen.
Kosten je Anfrage = Portalgebühren im Monat / Anfragen im Monat
Kosten je Auftrag = Kosten je Anfrage / Abschlussquote
Deckungsbeitrag = Auftragswert - Material - Lohn - Gerät
Ergebnis je Auftrag = Deckungsbeitrag - Kosten je Auftrag
Vergleichswert Website = (Einmalkosten / 36 Monate + Monatspflege)
/ Anfragen im MonatZwei Punkte werden dabei häufig übersehen. Erstens sinkt die Abschlussquote, sobald mehrere Betriebe dieselbe Anfrage bearbeiten: Aus fünf Kontakten werden dann deutlich weniger Aufträge als aus fünf Anfragen, die direkt im Betrieb landen (Projekterfahrung). Zweitens verteilt sich der Preis der eigenen Website über die Nutzungsdauer. Eine Seite, die drei oder vier Jahre trägt, kostet je Monat weniger, als die Einmalrechnung vermuten lässt, und dieser Betrag bleibt gleich, ob im Monat zwei oder zwanzig Anfragen eingehen.
Zur ehrlichen Rechnung gehört auch die eigene Arbeitszeit. Jede Anfrage bindet Aufmaß vor Ort, Anfahrt, Kalkulation am Abend und die Nachfassmail. Diese Stunden tauchen in keiner Portalrechnung auf, sind aber der größere Kostenblock, sobald die Abschlussquote niedrig ist. Wer drei Angebote schreibt, um einen Auftrag zu bekommen, bezahlt zwei davon aus der Marge des dritten. Genau deshalb lohnt es sich, die Qualität der Anfragen zu bewerten und nicht nur ihre Zahl: Eine gut vorbereitete Anfrage mit Budgetvorstellung und Termin ist mehrere unscharfe Kontakte wert.
Wettbewerb: mehrere Betriebe, eine Anfrage
Portale leben davon, dass eine Anfrage mehrfach verkauft wird. Für den Suchenden ist das ein Vorteil, er bekommt Vergleichsangebote ohne eigene Recherche. Für den Betrieb bedeutet es, dass er im selben Moment gegen Mitbewerber antritt, deren Kalkulation, Auslastung und Anspruch er nicht kennt. Wer im Winter Lücken füllen möchte, rechnet anders als ein Betrieb mit vollen Büchern. Das drückt den Preis in der Vergleichsgruppe unabhängig davon, wie gut die eigene Arbeit ist.
Der Markt ist dicht besetzt: In Deutschland arbeiten rund 20.000 (BGL) Betriebe im Garten- und Landschaftsbau, der überwiegende Teil davon inhabergeführt und regional tätig. In einem Umkreis von dreißig Kilometern kommen so schnell mehrere Dutzend mögliche Anbieter zusammen. In einer Portalliste stehen sie mit denselben Angaben nebeneinander, und der Kunde entscheidet nach dem, was er sieht. Auf der eigenen Seite dagegen sieht er fertige Arbeiten, Materialien, Details und den Betrieb dahinter. Eine gepflegte Referenzgalerie leistet dabei mehr als jede Beschreibung, weil Pflasterbild, Fugenbild und Übergänge im Foto sofort zu erkennen sind.
- Reaktionszeit kurz halten: Wer als Erster zurückruft, führt das Gespräch, statt es zu bestätigen
- Rückfrage statt Sofortpreis: eine konkrete Frage zum Untergrund zeigt Fachlichkeit und filtert unpassende Anfragen
- Eigene Fotos beilegen, statt nur auf das Portalprofil zu verweisen
- Anfragen ohne Budgetrahmen und ohne Terminvorstellung bewusst abwählen
- Herkunft jeder Anfrage notieren, damit der Kanalvergleich nach der Saison möglich ist
- Bei jedem Kontakt die eigene Adresse nennen, damit der Kunde den Weg zurück auch ohne Portal findet
Ein Portal ist damit nicht wertlos, es verschiebt nur den Wettbewerb auf ein Feld, auf dem ein guter Betrieb wenig ausspielen kann. Wer diesen Kanal nutzt, sollte ihn deshalb wie eine Ausschreibung behandeln: mit klaren Kriterien, welche Anfrage bearbeitet wird, und mit der Bereitschaft, eine Anfrage liegen zu lassen. Die Alternative, jede eingehende Anfrage mitzunehmen, führt zu vielen Angeboten, wenigen Aufträgen und einem Preisniveau, das die Kalkulation über die Saison hinweg schwächt.
Datenhoheit: Wem gehört der Kontakt?
Die stillste Kostenposition eines Portals ist die Kundenbeziehung. Anfrage, Rückfragen und Terminabsprache laufen über das Postfach des Portals. Der Betrieb sieht Name und Ort, teils erst nach Freischaltung, und die Nutzungsbedingungen regeln, was mit diesen Daten geschehen darf. Manche Portale untersagen ausdrücklich, den Kontakt am Portal vorbei fortzusetzen oder Kunden aus dem Portal später direkt zu bewerben. Das ist legitim, denn genau darin besteht das Geschäftsmodell, es sollte dem Betrieb aber bewusst sein, bevor er den Kanal als Ersatz für eigene Akquise plant.
Für einen Galabau-Betrieb ist das besonders spürbar, weil das Geschäft von Wiederholung lebt. Wer eine Terrasse gebaut hat, baut später den Zaun, übernimmt die Grünpflege, ergänzt die Zisterne und übernimmt den Winterdienst. Diese Folgeaufträge entstehen aus einem gepflegten Adressbestand, aus der Erinnerung an den letzten Schnitt und aus einer Rufnummer, die der Kunde noch hat. Endet der Portalvertrag oder steigt die Gebühr, endet der Zugang zu diesem Kanal, während eine eigene Kundenliste und eine eigene Seite unabhängig davon bestehen bleiben.
Vertragliches vorher lesen
Auf der eigenen Seite liegt der Fall anders, aber nicht automatisch einfacher. Auch dort gelten die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung: Ein Anfrageformular erhebt personenbezogene Daten, braucht eine verständliche Datenschutzerklärung, eine sparsame Feldauswahl und eine geordnete Aufbewahrung. Der Unterschied ist die Zuständigkeit. Der Betrieb entscheidet selbst, welche Daten er erhebt, wie lange er sie speichert und wofür er sie verwendet, statt diese Fragen in fremden Nutzungsbedingungen wiederzufinden.
Bewertungen bleiben, wo sie entstehen
Bewertungen sind für einen handwerklichen Betrieb der wirksamste Vertrauensbeleg, den es gibt, und sie sind zugleich der am schwersten zu ersetzende Besitz. Eine Bewertung, die im Portal abgegeben wird, stärkt zunächst das Portal: Sie hebt das eigene Profil innerhalb der Liste, verschwindet aber mit der Kündigung und lässt sich nicht auf ein anderes Verzeichnis übertragen. Wer über Jahre gute Rückmeldungen dort sammelt, baut Vermögen auf, das nicht im eigenen Betrieb liegt.
Sinnvoller ist es, Bewertungen dort zu sammeln, wo sie unabhängig vom Vertrag bestehen bleiben: im eigenen Profil des Kartendienstes, das ohnehin die lokale Auffindbarkeit stützt, und sichtbar eingebunden auf der eigenen Seite. Beides zahlt auf denselben Namen ein und wirkt auch dann weiter, wenn kein Portal mehr genutzt wird. Wie sich solche Rückmeldungen planvoll und ohne Druck einholen lassen, behandelt die Seite zu Bewertungen für Galabau-Betriebe ausführlicher.
Der richtige Zeitpunkt für die Bitte um eine Bewertung ist die Abnahme, wenn der Kunde vor dem fertigen Ergebnis steht und die Arbeit frisch im Kopf hat.
Praktisch heißt das: nach der Abnahme freundlich fragen, den direkten Link zum Profil per Nachricht schicken und es dabei belassen. Erfundene oder eingekaufte Bewertungen sind nicht nur wettbewerbsrechtlich riskant, sie fallen Kunden auch auf, weil sie keine Details enthalten. Eine kurze, konkrete Rückmeldung zu Sandplatten, Entwässerung oder Terminverlässlichkeit wirkt stärker als zehn allgemein gehaltene Sterne.
| Aspekt | Vermittlungsportal | Eigene Website |
|---|---|---|
| Kostenmodell | Gebühr je Kontakt, Mitgliedschaft oder Anteil am Auftrag | Einmalkosten plus feste Monatspauschale |
| Kostenverlauf | steigt mit jeder weiteren Anfrage | bleibt gleich, unabhängig von der Anfragezahl |
| Wettbewerb | mehrere Betriebe auf derselben Anfrage | Anfrage kommt direkt in den Betrieb |
| Entscheidungsgrundlage | Entfernung, Reaktionszeit, Preis | Arbeitsproben, Leistungsumfang, Nähe |
| Kundendaten | im Portal, Nutzung durch Bedingungen geregelt | im Betrieb, für Folgeaufträge nutzbar |
| Bewertungen | stärken das Portalprofil, nicht übertragbar | am eigenen Profil und auf der eigenen Seite |
| Anlaufzeit | Kontakte oft innerhalb weniger Tage | Sichtbarkeit wächst über Wochen und Monate |
Wann sich beides ergänzt
Die Entscheidung lautet selten Portal oder Website, sondern welche Rolle jeder Kanal bekommt. Ein Portal eignet sich als Zusatzkanal für abgegrenzte Aufgaben: ein neues Einzugsgebiet erschließen, ein neu aufgebautes Gewerk bekannt machen, eine Lücke im Spätsommer füllen oder die erste Saison mit Winterdienst starten. In allen diesen Fällen geht es um schnelle, begrenzte Nachfrage, und dafür ist ein Kanal mit sofortiger Wirkung passend. Welche Leistung wann beworben wird, lässt sich mit einer durchdachten Saisonplanung für die Website über das Jahr verteilen.
Ungeeignet ist das Portal als dauerhafte Grundlast. Wer den überwiegenden Teil seiner Aufträge darüber bezieht, hängt in Preis, Sichtbarkeit und Kundenkontakt von Bedingungen ab, die er nicht selbst setzt. Eine Preisanpassung, ein geänderter Verteilalgorithmus oder ein neuer Mitbewerber im Umkreis wirken dann unmittelbar auf die Auslastung. Der eigene Kanal wächst langsamer, dafür bleibt er bestehen und wird über die Jahre günstiger je Anfrage, weil die Fixkosten gleich bleiben, während die Zahl der Anfragen zunimmt.
Zweck festlegen
Das Portal bekommt eine konkrete Aufgabe: neues Gebiet, neues Gewerk oder eine Lücke im Kalender. Ohne definierten Zweck läuft die Gebühr weiter, ohne dass jemand prüft, was sie bringt.
Budget deckeln
Ein fester Betrag je Monat begrenzt das Risiko. Ist er ausgeschöpft, werden keine weiteren Kontakte gekauft, bis die Auswertung zeigt, ob sich der Kanal in diesem Zeitraum getragen hat.
Herkunft erfassen
Bei jeder Anfrage wird notiert, woher sie kam. Ohne diese Notiz gibt es nach der Saison nur Eindrücke, und Eindrücke überschätzen den Kanal, der am lautesten Rechnungen schickt.
Anfragen auswählen
Nicht jede Anfrage verdient ein Angebot. Fehlen Budgetrahmen, Termin oder Erreichbarkeit, kostet die Bearbeitung mehr Zeit, als der mögliche Auftrag an Deckungsbeitrag zurückbringt.
Auf den eigenen Kanal führen
Jeder Portalkontakt bekommt die eigene Adresse und die eigene Rufnummer. So findet der Kunde beim nächsten Projekt den Weg direkt in den Betrieb, ohne den Umweg über die Vermittlung.
Nach einer Saison entscheiden
Ein Vergleich braucht einen vollständigen Zyklus von Frühjahr bis Herbst. Erst danach liegen genug Aufträge vor, um Kosten je Auftrag und Deckungsbeitrag je Kanal sauber gegenüberzustellen.
Für Betriebe mit voller Auftragslage stellt sich die Frage anders. Hier geht es nicht um mehr Anfragen, sondern um bessere. Wer im Portal jede Anfrage bearbeitet, obwohl die Kolonnen bis in den Herbst gebunden sind, verschenkt Kalkulationszeit und senkt am Ende die Preise, statt sie zu halten. In dieser Lage ist der eigene Kanal der wirksamere Hebel, weil er Anfragen anzieht, die zu den Leistungen und zum Gebiet des Betriebs passen, statt Kontakte zu liefern, die aus einem Umkreisfilter stammen.
Der eigene Kanal muss die Anfrage auch halten
Eine eigene Website ersetzt Portalanfragen nicht dadurch, dass sie existiert. Sie muss gefunden werden, und zwar dort, wo gesucht wird: im eigenen Umkreis, in Verbindung mit dem konkreten Gewerk und überwiegend am Telefon in der Hand. Dafür braucht es Seiten, die Gewerk und Ort benennen, ein gepflegtes Profil im Kartendienst und einen sauberen technischen Unterbau. Die Grundlagen dieser regionalen Sichtbarkeit sind auf der Seite zu lokaler Auffindbarkeit im Galabau zusammengefasst.
Der zweite Teil ist der Weg von der Seite zur Anfrage. Eine sichtbare Rufnummer auf jeder Seite, antippbar am Telefon, und ein kurzes Formular mit wenigen Feldern reichen für den ersten Schritt. Hilfreich ist die Möglichkeit, Fotos der Fläche anzuhängen, weil sich damit die erste Rückfrage erübrigt und der Betrieb den Aufwand grob einschätzen kann. Wie ein solches Anfrageformular für Galabau-Betriebe aufgebaut sein sollte, damit es vorqualifiziert statt abzuschrecken, ist ein eigenes Thema. Zur Wirkung gehört außerdem die Rückmeldezeit: Eine Anfrage, die zwei Tage liegt, ist im Zweifel bereits vergeben.
Sichtbare Arbeit schlägt beschriebene Arbeit
Kostenseitig ist der eigene Kanal planbar. Der Einstieg liegt bei 1.490 Euro netto (eigene Preisliste), ein umfangreicherer Auftritt mit mehreren Gewerken und Regionen bei 2.900 Euro netto (eigene Preisliste), dazu Pflege und Hosting ab 39 Euro monatlich (eigene Preisliste). Wer vorhandene Baustellenfotos aufbereiten lässt, rechnet ab 290 Euro (eigene Preisliste) zusätzlich. Verteilt auf eine Nutzungsdauer von drei Jahren ergibt das einen Monatsbetrag, der sich direkt gegen die Portalgebühren eines durchschnittlichen Monats stellen lässt; die aktuelle Aufstellung steht auf der Seite Preise.
Umstieg in Schritten statt Bruch
Ein Wechsel mitten in der Saison ist unnötig riskant. Sinnvoller ist der Aufbau in der ruhigen Zeit zwischen November und Februar, wenn Zeit für Fotos, Texte und Abstimmung besteht und die Seite bis zum Frühjahr Wirkung entfalten kann. Das Portal läuft in dieser Phase weiter, wird aber mit einem festen Budget geführt und ausgewertet. So entsteht kein Loch in der Auftragslage, während der eigene Kanal Fahrt aufnimmt.
Bestandsaufnahme im Winter
Portalgebühren der letzten zwölf Monate zusammenstellen, Anfragen und daraus gewonnene Aufträge zuordnen und die Kosten je Auftrag ausrechnen. Diese eine Zahl ist die Vergleichsgrundlage für alles Weitere.
Material sammeln
Fotos abgeschlossener Baustellen sichten, Vorher- und Nachher-Aufnahmen sortieren, fehlende Motive im Frühjahr gezielt nachfotografieren. Ohne eigenes Bildmaterial bleibt die Seite auf dem Niveau einer Portalbeschreibung.
Seite aufbauen
Je Gewerk eine eigene Seite, dazu die Orte des Einzugsgebiets, ein kurzer Anfrageweg und eine sichtbare Rufnummer. Der Umfang richtet sich danach, welche Leistungen tatsächlich beworben werden sollen.
Bewertungen umlenken
Ab der nächsten Abnahme wird um eine Bewertung am eigenen Profil gebeten statt im Portal. Der Bestand wächst langsam, dafür bleibt er dem Betrieb erhalten, auch wenn der Portalvertrag endet.
Nach der Saison vergleichen
Im Herbst stehen beide Kanäle nebeneinander: Kosten je Auftrag, Deckungsbeitrag, Aufwand für Angebote. Auf dieser Grundlage wird entschieden, ob das Portalbudget bleibt, sinkt oder in die eigene Sichtbarkeit wandert.
Was in dieser Auswertung häufig auffällt: Die eigene Seite bringt zu Beginn weniger Anfragen als das Portal, aber die Abschlussquote liegt höher, weil der Kunde bereits Arbeiten gesehen und sich bewusst für diesen Betrieb entschieden hat (Projekterfahrung). Über eine Saison hinweg verschiebt sich das Verhältnis dadurch stärker, als die reine Anfragezahl vermuten lässt. Deshalb ist die Zahl der Anfragen als alleiniger Maßstab irreführend; erst Deckungsbeitrag und Angebotsaufwand ergeben ein belastbares Bild.
Am Ende steht eine unternehmerische Entscheidung, keine technische. Ein Portal kauft Zeit und liefert Kontakte, solange dafür bezahlt wird. Der eigene Kanal kostet Vorlauf und liefert danach Anfragen, Adressen und Bewertungen, die dem Betrieb gehören. Wer beides mit denselben vier Zahlen misst, kann jedes Jahr neu entscheiden, wie viel Gewicht welcher Weg bekommt, statt sich auf ein Gefühl zu verlassen.