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Gewerke in der Praxis

Barrierefreie Gärten anbieten: Leistung für Senioren

Schwellenlose Wege, Rampen mit sechs Prozent Neigung, Handläufe auf 85 bis 90 cm und unterfahrbare Hochbeete: So wird der barrierefreie Garten zur eigenen.

16 Min. Lesezeit LeistungsseiteZielgruppeAnfragen

Der Umsatz im Garten- und Landschaftsbau lag 2025 bei 11,11 Milliarden Euro (BGL), davon entfielen annähernd 57 Prozent (BGL) auf den Privatgarten. Wer in diesem Segment zusätzliche Aufträge sucht, findet sie selten bei jungen Familien. Ende 2023 waren in Deutschland knapp 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig (Destatis), und 86 Prozent von ihnen wurden zu Hause versorgt (Destatis). Diese Haushalte haben einen Garten, sie haben in der Regel Rücklagen, und sie haben ein sehr konkretes Problem: drei Stufen zur Terrasse, einen Kiesweg, den kein Rollator schafft, ein Beet, das sich nur im Knien pflegen lässt. Auf Galabau-Websites taucht das Wort Barrierefreiheit trotzdem fast ausschließlich als Pflicht für die eigene Website auf, kaum als Leistung im Garten. Dieser Beitrag zeigt, was auf eine eigene Leistungsseite für barrierefreie Außenanlagen gehört: die Maße für Wege, Rampen und Handläufe, Hochbeet und Ruhefläche, der Weg zum Zuschuss der Pflegekasse, ein Anfrageformular, das den Ortstermin vorbereitet, und die Sprache, in der über diese Zielgruppe geschrieben wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zielgruppe ist groß und wächst. Ende 2023 waren knapp 5,7 Millionen Menschen pflegebedürftig (Destatis), 86 Prozent davon in der eigenen Wohnung (Destatis). Der Umbau des Außenbereichs entscheidet mit darüber, ob dieser Zustand bleibt.
  • Der Bestand ist darauf nicht eingerichtet: Eine Untersuchung von 2020 schätzte, dass von 37 Millionen Wohnungen lediglich 560.000 oder 1,5 Prozent barrierearm sind (KfW Research). Das Feld ist weit offen.
  • Barrierefreiheit im Garten ist ein Maßthema. Wegbreite, Längsneigung, Handlaufhöhe und Ruhefläche stehen im Leitfaden Barrierefreies Bauen des Bundes; wer diese Werte auf der Seite nennt, wird als Fachbetrieb gelesen, wer von altersgerechtem Wohlfühlgrün schreibt, nicht.
  • Die Pflegekasse kann wohnumfeldverbessernde Maßnahmen mit bis zu 4.180 Euro je Maßnahme bezuschussen (SGB XI). Der Betrieb zeigt den Weg dorthin, entscheidet aber nicht über die Bewilligung.
  • Der Auftrag kommt selten von der pflegebedürftigen Person selbst, sondern von Angehörigen. Die Seite muss deshalb zwei Leser gleichzeitig bedienen: den, der im Garten steht, und den, der die Rechnung prüft.

Warum barrierefreie Gärten ein Auftragsfeld sind

Der Antrieb ist demografisch und damit gut planbar. Eine Untersuchung von KfW Research aus dem April 2020 rechnete damit, dass die Zahl der über 64-Jährigen in Deutschland von rund 18 Millionen auf etwa 23 Millionen im Jahr 2035 steigt (KfW Research). Das sind keine Menschen, die aus ihrem Haus ausziehen wollen. Sie bleiben, solange der Weg zur Haustür begehbar ist, solange die Terrasse ohne Stufe erreichbar bleibt und solange sich der Garten mit vertretbarem Aufwand pflegen lässt. Genau an diesen drei Punkten arbeitet der Garten- und Landschaftsbau ohnehin.

Der Bestand hält damit nicht Schritt. Dieselbe Untersuchung schätzte auf Basis des Mikrozensus 2018 erstmals repräsentativ, wie viele Wohnungen barrierearm sind: 560.000 von 37 Millionen, also 1,5 Prozent (KfW Research). Noch deutlicher wird es bei der Kerngruppe. Von den 1,3 Millionen Haushalten mit pflegebedürftigen Mitgliedern wohnten nach dieser Rechnung lediglich 4 Prozent in einer barrierearmen Wohnung (KfW Research). Zwischen dem, was gebraucht wird, und dem, was vorhanden ist, klafft eine Lücke, die sich nicht durch Neubau schließen lässt.

Dazu kommt ein Argument, das in Verkaufsgesprächen ungern ausgesprochen wird, aber die Dringlichkeit erklärt. Die Untersuchung von 2020 hielt fest, dass die Zahl der Unfalltoten in Privathaushalten binnen zehn Jahren um 70 Prozent gestiegen war und im Jahr 2017 rund 14.600 Personen durch häusliche Unfälle starben, die Mehrheit von ihnen über 74 Jahre alt (KfW Research). Ein loser Plattenweg und eine ungesicherte Stufe gehören zu den Auslösern, die sich mit Maurerkelle und Rüttelplatte abstellen lassen. Das ist keine Angstwerbung, sondern der sachliche Grund, warum Angehörige diesen Umbau anstoßen.

Zwei sehr verschiedene Barrierefreiheiten

Barrierefreiheit begegnet Handwerksbetrieben zurzeit vor allem als Anforderung an die eigene Website. Das ist ein eigenes Thema und im Beitrag zur Barrierefreiheit der Handwerks-Website beschrieben. Hier geht es um das Gegenteil: um Barrierefreiheit als Gewerk, das verkauft, geplant und gebaut wird. Beides auf einer Seite zu mischen, verwirrt beide Lesergruppen.

Der Markt in Zahlen: Alter, Pflege und Bestand

Die Pflegestatistik beschreibt die Zielgruppe genauer als jede Marktstudie. Ende 2023 waren 78 Prozent der Pflegebedürftigen 65 Jahre und älter, rund ein Drittel, genauer 34 Prozent, war mindestens 85 Jahre alt (Destatis). Die Pflegequote steigt dabei steil mit dem Alter: Bei den 70- bis 74-Jährigen waren rund 11 Prozent pflegebedürftig, bei den ab 90-Jährigen 87 Prozent (Destatis). Für den Betrieb heißt das: Der Umbau des Gartens wird selten mit 65 beauftragt, sondern in der Regel dann, wenn im Haushalt bereits etwas passiert ist.

Auf der Angebotsseite wächst der Bedarf schneller als der Bestand. KfW Research rechnete 2020 mit rund 3 Millionen Haushalten mit Mobilitätseinschränkungen und einem Anstieg auf 3,7 Millionen im Jahr 2035 (KfW Research). Selbst unter Berücksichtigung von Neubau und Umbau blieb in dieser Rechnung für 2035 eine Versorgungslücke von rund 2,0 Millionen Wohnungen (KfW Research). Diese Lücke betrifft die Wohnung, aber sie beginnt am Gartentor: Eine bodengleiche Dusche nützt wenig, wenn der Weg zur Haustür aus vier Stufen besteht.

Der Privatgarten war 2025 mit 6,32 Milliarden Euro das stärkste Auftraggeber-Segment der Branche (BGL). Barrierefreier Umbau ist ein Teil davon, der sich nicht abbilden lässt, weil er in keiner Statistik als eigene Position geführt wird. Er versteckt sich in Pflasterarbeiten, in Zaunbau, in Beleuchtung und in Pflanzarbeiten. Genau deshalb lohnt sich eine eigene Seite: Sie macht aus verstreuten Positionen ein Angebot mit Namen, das ein Angehöriger suchen und finden kann.

Eigentümer im eigenen Bestand

Das Haus ist abbezahlt, der Garten dreißig Jahre alt, die Wege sind aus verlegten Platten mit gewachsenen Höhenunterschieden. Der Auftrag umfasst meist den Hauszugang, den Weg zur Terrasse und einen Sitzplatz. Entschieden wird zügig, weil kein Vermieter und kein Gremium beteiligt ist.

Angehörige als Auftraggeber

Sohn oder Tochter recherchieren, holen Angebote ein und begleiten den Ortstermin, oft aus einer anderen Stadt. Diese Gruppe liest gründlich, vergleicht schriftlich und erwartet Maße statt Stimmungsbilder. Für sie ist die Leistungsseite das eigentliche Verkaufsgespräch.

Mieterinnen und Mieter

Nach § 554 Absatz 1 BGB kann ein Mieter verlangen, dass der Vermieter bauliche Veränderungen erlaubt, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen dienen (BGB). Der Betrieb baut hier nicht ohne Zustimmung, kann aber erklären, welche Unterlagen der Vermieter üblicherweise sehen will.

Betreutes Wohnen und Einrichtungen

Wohnanlagen, Tagespflegen und Einrichtungen der Altenhilfe vergeben Außenanlagen als Objektauftrag mit Leistungsverzeichnis. Hier zählen Nachweise, Termintreue und ein Ansprechpartner, dafür folgt auf den Bau häufig ein Pflegevertrag über mehrere Jahre.

Diese vier Wege enden bei unterschiedlichen Formularen, aber bei denselben Maßen. Deshalb steht auf der Leistungsseite zuerst die Technik und erst danach die Zielgruppenansprache. Wer die Reihenfolge umdreht, schreibt eine Seite, die sich gut anfühlt und keine Anfrage auslöst.

Die Maße, an denen sich das Angebot entscheidet

Barrierefreiheit im Außenraum ist kein Gefühl, sondern eine Sammlung von Zahlen. Der Leitfaden Barrierefreies Bauen des Bundes fasst sie in einer Form zusammen, die sich gut zitieren lässt, weil sie die Maße mit ihrer Begründung nennt. Für den Garten sind die folgenden Werte die wichtigsten. Sie gelten unmittelbar für Baumaßnahmen des Bundes, taugen im Privatgarten aber als sachlicher Maßstab, an dem sich ein Angebot ausrichten kann.

MaßWertWas das im Garten bedeutet
Wegbreite durchgehend180 cm, wenn genug Platz vorhanden ist (Leitfaden Barrierefreies Bauen)Zwei Rollstühle begegnen sich, ohne dass jemand rückwärts fahren muss
Wegbreite mit Ausweichstellenmindestens 150 cm, dazu alle 15 m eine Begegnungsfläche von 180 x 180 cm (Leitfaden Barrierefreies Bauen)Ein schmaler Bestandsweg bleibt nutzbar, wenn er punktuell aufgeweitet wird
Längsneigung der Rampehöchstens sechs Prozent (Leitfaden Barrierefreies Bauen)Ein Lauf von 600 cm überwindet damit 36 cm Höhenunterschied
Laufbreite der Rampemindestens 120 cm zwischen den Handläufen (Leitfaden Barrierefreies Bauen)Die Handläufe kommen zur Rohbaubreite hinzu, nicht davon ab
Zwischenpodestmindestens 150 cm nutzbare Länge (Leitfaden Barrierefreies Bauen)Ab dem zweiten Rampenlauf wird der Platzbedarf schnell größer als gedacht
Oberkante Handlauf85 bis 90 cm über der Lauffläche (Leitfaden Barrierefreies Bauen)Beidseitig, durchgehend greifbar, Durchmesser 3 bis 4,5 cm
Ruhefläche neben der Bankmindestens 90 cm breit (Leitfaden Barrierefreies Bauen)Rollstuhl oder Rollator stehen neben dem Sitzplatz statt im Weg

Diese Tabelle ist zugleich die Gliederung des Ortstermins. Wer mit Zollstock und Zettel durch den Garten geht und diese sieben Punkte aufnimmt, hat danach ein Aufmaß, aus dem sich ein belastbares Angebot rechnen lässt. Und wer die Werte auf der Website nennt, spart sich die Hälfte der Rückfragen: Der Angehörige weiß vorher, ob die 90 Zentimeter breite Toreinfahrt überhaupt reichen.

Wegbreite, Belag und Gefälle

Der Weg entscheidet über den ganzen Umbau. Ein Weg mit 180 cm Breite (Leitfaden Barrierefreies Bauen) ist im Bestandsgarten selten vorhanden und lässt sich oft auch nicht herstellen, weil Hecke, Grundstücksgrenze oder Bestandsbäume im Weg stehen. Die Alternative aus dem Leitfaden ist die punktuelle Aufweitung: mindestens 150 cm durchgehend, dazu nach jeweils 15 m eine Begegnungsfläche von 180 x 180 cm (Leitfaden Barrierefreies Bauen). Das ist im Garten fast gestalterisch zu lösen, etwa als kleiner Platz an einer Staudenpflanzung.

Beim Belag zählt weniger die Optik als die Fuge. Grober Splitt, Rindenmulch und lose verlegte Trittplatten scheiden aus, breite Fugen und stark profilierte Oberflächen lassen Rollatorräder einsinken oder verkanten. Was funktioniert, ist ein fugenarmer, ebener Belag mit ausreichender Rutschhemmung und einem definierten Quergefälle für die Entwässerung. Wie sich Aufbau, Tragschicht und Fugenbild verständlich beschreiben lassen, zeigt der Beitrag zum Erklären von Pflasterarbeiten; für den barrierefreien Weg kommt die Anforderung an die Fugenbreite hinzu.

  • Die Wegbreite in Zentimetern nennen und beide Varianten zeigen: durchgehend 180 cm oder 150 cm mit Begegnungsflächen.
  • Den Belag benennen, den der Betrieb für diesen Zweck verlegt, samt Fugenbild und Rutschhemmung.
  • Angeben, wie Höhenunterschiede aufgenommen werden: Anrampung im Weg, Rampe mit Handlauf oder Umlegen der Wegführung.
  • Sagen, wie Entwässerung und Quergefälle gelöst werden, damit keine Pfütze und keine Eisfläche entsteht.
  • Die Übergänge beschreiben: Haustür, Terrassentür, Gartentor, Übergang zur öffentlichen Fläche.
  • Klarstellen, welche Unterlagen der Betrieb für ein belastbares Angebot benötigt, etwa Höhenangaben oder einen Lageplan.

Diese sechs Punkte lesen sich technisch, sind aber die Übersetzung einer einzigen Frage, die jeder Angehörige stellt: Kommt sie damit allein bis zur Haustür? Wer die Frage auf der Seite beantwortet, muss sie am Telefon nicht mehr erklären.

Handlauf, Licht und Orientierung

Der Handlauf ist das Bauteil, an dem sich Sorgfalt am schnellsten zeigt. Die Oberkante gehört auf 85 bis 90 cm über der Lauffläche (Leitfaden Barrierefreies Bauen), er soll gut umgreifbar sein, und runde oder ovale Querschnitte mit 3 bis 4,5 cm Durchmesser haben sich dafür bewährt (Leitfaden Barrierefreies Bauen). Wichtig ist die Durchgängigkeit: Ein Handlauf, der an jeder Stütze unterbrochen wird, zwingt zum Umgreifen und verliert damit seinen Zweck. Im Garten kommt hinzu, dass er im Winter kalt wird, was für Holz oder eine beschichtete Oberfläche spricht.

Licht ist der zweite Baustein, und er verkauft sich gut, weil er sofort wirkt. Eine gleichmäßig ausgeleuchtete Wegstrecke ohne harte Schlagschatten senkt das Stolperrisiko deutlich stärker als eine einzelne helle Leuchte am Hauseingang. Wie sich Gartenbeleuchtung als eigenes Angebot aufbauen lässt, ist im Beitrag zur Gartenbeleuchtung für die dunkle Jahreszeit beschrieben; für den barrierefreien Garten gelten dieselben Bauteile mit strengeren Anforderungen an Blendfreiheit und Gleichmäßigkeit.

Der Baum am barrierefreien Weg

Ein Weg, der für Rollator und Rollstuhl ausgelegt ist, wird häufiger und langsamer benutzt als vorher. Damit steigt die Bedeutung der Verkehrssicherung am Bestandsbaum daneben. Wer den Umbau anbietet, sollte die Baumkontrolle im selben Ortstermin ansprechen; die rechtliche Einordnung steht im Beitrag zur Baumkontrolle und Verkehrssicherungspflicht.

Zur Orientierung gehört schließlich der Kontrast. Ein heller Belagsstreifen an der Wegkante, ein farblich abgesetzter Beginn der Rampe und eine kontrastierende Handlaufenden-Markierung helfen Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen mehr als jede zusätzliche Leuchte. Das kostet im Bau wenig und lässt sich auf der Seite in zwei Sätzen erklären.

Hochbeet, Sitzplatz und Ruhefläche

Der Umbau endet nicht am Weg. Das Hochbeet ist der Teil, der aus einem Sicherheitsprojekt wieder einen Garten macht, weil es die Gartenarbeit zurückgibt. Damit es aus dem Rollstuhl nutzbar ist, muss es unterfahrbar sein: Der Leitfaden nennt eine unterfahrbare Höhe von 67 cm, die in einer Tiefe von 30 cm reduziert werden kann (Leitfaden Barrierefreies Bauen). Für Menschen, die im Stehen oder im Sitzen auf einem Hocker arbeiten, gelten andere Höhen, weshalb sich zwei Beete auf unterschiedlichen Niveaus im Angebot in aller Regel lohnen.

  • Sitzhöhen zwischen 45 und 47 cm einplanen, dazu Armlehnen in etwa 65 bis 70 cm Höhe über dem Boden (Leitfaden Barrierefreies Bauen).
  • Neben jedem Sitzelement eine Ruhefläche von mindestens 90 cm Breite vorsehen, barrierefrei zugänglich (Leitfaden Barrierefreies Bauen).
  • Hochbeete mit unterfahrbarem Sockel bauen, damit die Knie unter die Pflanzfläche passen.
  • Sitzplätze an den Weg anbinden, statt sie über eine Rasenfläche erreichbar zu machen.
  • Wasseranschluss und Ablage in Greifhöhe vorsehen, damit die Gießkanne nicht getragen werden muss.
  • Abstellflächen für Rollatoren neben den Bänken einplanen, sonst stehen sie auf dem Weg.

Diese Punkte lassen sich hervorragend zeigen. Ein Vorher-Nachher-Paar aus demselben Blickwinkel, das die Stufe vorher und die Anrampung nachher zeigt, überzeugt schneller als drei Absätze Text. Worauf es bei diesen Aufnahmen ankommt, beschreibt der Beitrag zum richtigen Zeigen von Vorher und Nachher.

Was auf die Leistungsseite gehört

Die Seite folgt der Reihenfolge, in der ein Angehöriger denkt: Was ist das Problem, welche Lösungen gibt es, welche Maße gelten, was kostet das ungefähr, wer zahlt mit, wie geht es weiter. Sie gehört in die Leistungsübersicht der Website und bekommt einen eigenen Menüpunkt, nicht nur einen Absatz unter Pflasterbau. Wie sich eine solche Seite in die Gesamtstruktur einfügt, zeigt der Beitrag zum Aufbau einer Galabau-Website.

Das Anfrageformular für diesen Auftrag sieht anders aus als das allgemeine Kontaktformular. Es fragt nach dem Höhenunterschied, nach der vorhandenen Wegbreite, nach dem Belag, nach der Zufahrt für Material und danach, ob ein Pflegegrad vorliegt. Warum Vorqualifizierung im Formular Zeit spart und wie weit sie gehen darf, ist im Beitrag zum vorqualifizierenden Anfrageformular beschrieben.

anfrage-barrierefreier-garten.json
{
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}

Drei Felder verdienen besondere Aufmerksamkeit. Der Höhenunterschied entscheidet über Rampe oder Anrampung, die lichte Torbreite entscheidet über die Maschine, und die Frage nach dem Pflegegrad entscheidet über den Zuschussweg. Wer diese drei Angaben vor dem Ortstermin hat, spart eine Fahrt. Ob das Formular oder die Telefonnummer weiter oben stehen sollte, hängt von der Zielgruppe ab und ist im Beitrag Telefon oder Formular abgewogen; bei dieser Zielgruppe gehören beide Wege sichtbar auf die Seite.

Sprache: Menschen statt Defizite

Der Ton entscheidet, ob die Seite gelesen oder weggeklickt wird. Niemand liest gern eine Seite, die ihn als Fall beschreibt. Formulierungen wie behindertengerecht, altersschwach oder Betroffene erzeugen Distanz; sachliche Begriffe wie schwellenlos, stufenlos erreichbar oder mit Rollator befahrbar beschreiben dasselbe, ohne jemanden zu sortieren. Wie eine verständliche und zugleich präzise Ansprache entsteht, behandelt der Beitrag zu Texten, die der Kunde versteht.

Zugleich braucht die Seite zwei Ansprachen. Die Person, die den Garten nutzt, will wissen, was sich für sie ändert: Sie kommt wieder allein zur Bank, sie kann die Tomaten selbst gießen. Die Person, die den Auftrag erteilt, will wissen, was gebaut wird, wie lange es dauert und was es kostet. Beide Ansprachen lassen sich mischen, wenn die Nutzenaussage über dem Absatz steht und die Technik darunter.

Vorsicht ist bei Aussagen zur Sicherheit geboten. Ein Betrieb kann sagen, dass ein schwellenloser Zugang Stolperkanten beseitigt. Er kann nicht zusagen, dass danach nichts mehr passiert. Der Unterschied ist nicht nur sprachlich: Wer Sturzfreiheit in Aussicht stellt, macht daraus eine Eigenschaft, an der er gemessen wird.

Zuschüsse: den Weg zeigen, nicht zusagen

Für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfelds kann die Pflegekasse einen Zuschuss gewähren. Nach § 40 Absatz 4 SGB XI dürfen diese Zuschüsse 4.180 Euro je Maßnahme nicht übersteigen (SGB XI); leben mehrere Pflegebedürftige zusammen, ist der Gesamtbetrag je Maßnahme auf 16.720 Euro begrenzt (SGB XI). Über den Antrag muss die Pflegekasse innerhalb von drei Wochen entscheiden, bei Beteiligung einer Pflegefachperson oder des Medizinischen Dienstes innerhalb von fünf Wochen; ohne rechtzeitige Mitteilung eines hinreichenden Grundes gilt die Leistung nach Ablauf der Frist als genehmigt (SGB XI).

Auf der Website gehört dieser Weg beschrieben, aber nicht bewertet. Der Betrieb prüft keine Anträge und entscheidet nicht über Bewilligungen; er liefert das, was der Antrag braucht: ein nachvollziehbares Angebot mit Positionen, Maßen und Preisen. Genau deshalb ist Preistransparenz in diesem Gewerk kein Risiko, sondern ein Vorteil, wie der Beitrag zum Nennen von Preisen auf der Website zeigt. Eine Angabe wie "Anrampung eines Hauszugangs ab 2.400 Euro netto" beantwortet die erste Frage und filtert zugleich Anfragen, die nicht passen.

Vom Umbau zum Dauerauftrag

Ein barrierefreier Garten braucht Pflege, sonst verliert er seine Eigenschaft. Überhängende Zweige verengen den Weg, Moos macht den Belag rutschig, Laub liegt auf der Rampe, eine abgesackte Platte wird zur Stolperkante. Diese Arbeiten sind planbar und wiederkehrend, also genau das Material für einen Vertrag, wie ihn der Beitrag zu Gartenpflegeverträgen beschreibt.

Bei Wohnanlagen und Einrichtungen ist es dieselbe Mechanik in größerem Maßstab, dort mit Leistungsverzeichnis, festen Gängen und einem Bericht je Termin. Wie sich solche Verträge gewinnen und kalkulieren lassen, steht im Beitrag zu Grünpflegeverträgen. Der Unterschied zum normalen Pflegegang ist eine zusätzliche Sichtprüfung: Weg frei, Handlauf fest, Beleuchtung in Betrieb.

Schon das Angebot für den Umbau enthält eine optionale Position für die Unterhaltung des barrierefreien Bereichs. Wer die Pflege erst nach der Abnahme anspricht, verhandelt gegen ein Budget, das bereits vergeben ist.

Damit ist der barrierefreie Garten dasselbe Geschäftsmodell wie jede andere Leistung mit Folgeauftrag: einmal bauen, mehrfach abrechnen. Was zwischen Anfrage und Auftrag passieren sollte, damit dieser Weg nicht abreißt, beschreibt der Beitrag dazu, was nach der Anfrage passiert.

Der Umbau verkauft die Pflege, die Pflege verkauft den nächsten Umbau

Wer den Hauszugang schwellenlos gebaut hat und danach zweimal im Jahr wiederkommt, ist der Betrieb, der den Auftrag für die Terrasse, das Hochbeet und den Sitzplatz bekommt. In dieser Zielgruppe entsteht der Folgeauftrag aus Vertrauen und aus Anwesenheit, selten aus einem Angebot per E-Mail.

Häufige Fehler auf der Seite für barrierefreie Gärten

Die folgenden Punkte tauchen bei der Durchsicht von Galabau-Websites regelmäßig auf. Sie kosten keine Rankings, aber Anfragen, weil sie die Fragen unbeantwortet lassen, mit denen ein Angehöriger auf die Seite kommt.

  • Keine einzige Zahl auf der Seite. Wer weder Wegbreite noch Rampenneigung nennt, wird mit jedem anderen Anbieter verwechselt.
  • Barrierefreiheit als Halbsatz in der Leistungsliste, ohne eigene Seite und ohne eigenen Einstieg aus der Suche.
  • Bilder ausschließlich von neu gebauten Anlagen. Die Zielgruppe hat einen dreißig Jahre alten Garten und will Umbauten sehen, wie sie die Referenzgalerie sortiert zeigen kann.
  • Zuschüsse in Aussicht gestellt, statt den Antragsweg zu beschreiben. Die Entscheidung trifft die Pflegekasse, nicht der Betrieb.
  • Ein Kontaktformular, das nach Betreff und Nachricht fragt, aber weder Höhenunterschied noch Zugang erfasst.
  • Sprache aus der Broschüre statt aus dem Garten: Wohlfühloase und Lebensqualität stehen dort, wo 150 Zentimeter Wegbreite stehen sollten.

Wer diese Punkte abstellt, hat eine Seite, die eine Tochter am Küchentisch ausdrucken und ihrer Mutter vorlegen kann. Das ist der Maßstab in diesem Gewerk, nicht die Verweildauer.

Quellen und Studien

Dieser Beitrag stützt sich auf die Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes zur Pflegestatistik zum Jahresende 2023 (Destatis), auf die Untersuchung "Barrierearmer Wohnraum: Bedarf steigt durch Alterung steil" von KfW Research aus dem April 2020 (KfW Research), auf § 40 des Elften Buches Sozialgesetzbuch in der Fassung vom Juli 2026 (SGB XI), auf § 554 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB), auf den Leitfaden Barrierefreies Bauen des Bundes in der Fassung von Dezember 2016 (Leitfaden Barrierefreies Bauen) sowie auf die Branchenstatistik des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau für das Jahr 2025 (BGL). Die genannten Maße gelten unmittelbar für Baumaßnahmen des Bundes und dienen im Privatgarten als fachlicher Maßstab.

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