Eine Website, die acht Jahre alt ist, hat etwas, das eine neue nicht hat: Sie ist bekannt. Suchmaschinen haben ihre Adressen erfasst, Kunden haben einzelne Seiten als Lesezeichen gespeichert, Branchenverzeichnisse und Bewertungsprofile verweisen auf sie, und in Angeboten aus den letzten Jahren steht ihr Link. Genau dieser aufgebaute Bestand geht bei einem Relaunch am häufigsten verloren – nicht wegen des neuen Aussehens, sondern weil alte Adressen nach dem Umschalten ins Leere zeigen. Dieser Beitrag ordnet die Entscheidung für einen Galabau-Betrieb: wann sich ein Relaunch rechnet und wann laufende Pflege genügt, was aus der alten Seite mitgenommen wird und was ersetzt gehört, wie die Weiterleitungen alter Adressen sauber aufgebaut werden und mit welchem Zeitrahmen zu rechnen ist. Wer den Ablauf eines Relaunches als Leistung sucht, findet ihn dort – hier geht es um die Entscheidung und um die Stellen, an denen es schiefgeht.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Relaunch ist dann berechtigt, wenn die Substanz nicht mehr trägt: keine Bedienbarkeit auf dem Telefon, keine eigenen Adressen je Gewerk und Ort, keine Änderungsmöglichkeit ohne fremde Hilfe.
- Veraltete Texte, fehlende Referenzen und alte Ansprechpartner sind Pflegearbeit von Stunden bis Tagen und rechtfertigen für sich genommen keinen Neubau der gesamten Seite.
- Der Sichtbarkeitsverlust bei einem Relaunch entsteht fast ausschließlich an einer Stelle: alte Adressen, die nach dem Umschalten auf einer Fehlerseite enden statt auf einer dauerhaften Weiterleitung zum inhaltlich passenden Ziel.
- Eine vollständige Adressliste entsteht vor dem Bau aus drei Quellen: den Zugriffsprotokollen des Servers, der bestehenden Sitemap und allen Verweisen aus Verzeichnissen, Profilen und Angeboten.
- Vom Auftrag bis zum Umschalten sind rund sechs Wochen realistisch, danach folgen etwa zwölf Wochen Beobachtung – der Umzug gehört deshalb in die Zeit zwischen November und Februar, nicht in die Saison.
Wann ein Relaunch fällig ist und wann Pflege genügt
Der Wunsch nach einer neuen Website entsteht selten aus einer Messung. Er entsteht, wenn ein Kunde am Telefon sagt, er habe die Preise nicht gefunden, wenn ein Bewerber fragt, ob der Betrieb überhaupt noch Auszubildende sucht, oder wenn im Januar Zeit ist und die eigene Seite beim Durchklicken plötzlich alt wirkt. Das sind ernst zu nehmende Hinweise, aber sie beantworten die entscheidende Frage nicht: Liegt das Problem im Inhalt oder in der Substanz? Von dieser Unterscheidung hängt ab, ob ein Nachmittag Arbeit genügt oder ob ein Projekt über mehrere Wochen ansteht.
Inhaltliche Probleme lassen sich pflegen. Veraltete Texte, fehlende Referenzen, eine Leistung, die seit zwei Jahren angeboten wird und nirgends auftaucht, ein Ansprechpartner, der den Betrieb verlassen hat, Öffnungszeiten aus der Zeit vor der letzten Umstellung – das alles ist Arbeit von Stunden bis Tagen. Wenn die Seite auf dem Telefon sauber bedienbar ist, zügig lädt, sich ohne fremde Hilfe ändern lässt und das Formular zuverlässig im Postfach ankommt, ist ein Relaunch die teure Antwort auf eine günstige Frage. Laufende Pflege ist in diesem Fall der wirtschaftlichere Weg, und das Budget bleibt für Fotos, Ortsseiten oder Stellenanzeigen frei.
Substanzprobleme lassen sich dagegen nicht nachpflegen. Dazu gehört eine Seite, die auf dem Telefon zum Zoomen zwingt, obwohl der überwiegende Teil der Anfragen abends genau dort entsteht (Projekterfahrung). Dazu gehört eine Struktur, in der Pflasterbau, Baumpflege, Grünpflege und Winterdienst gemeinsam auf einer einzigen Leistungsseite stehen und deshalb keines der Gewerke eine eigene Adresse besitzt, auf die ein Suchtreffer verweisen könnte. Dazu gehört ein Bausystem, für das es keine Aktualisierungen mehr gibt. Und dazu gehört der unangenehmste Fall: Niemand im Betrieb hat Zugang zu den Dateien, zur Adressverwaltung oder zum Postfach, an das das Formular sendet.
| Beobachtung im Betrieb | Pflege genügt | Relaunch ist die Antwort |
|---|---|---|
| Texte und Referenzen veraltet | Inhalte nachziehen, Bilder ergänzen | nur wenn zusätzlich die Struktur fehlt |
| Kunde findet Leistung nicht | Leistung als eigenen Abschnitt ergänzen | wenn kein Gewerk eine eigene Seite hat |
| Bedienung auf dem Telefon | einzelne Elemente lassen sich anpassen | wenn Zoomen zum Bedienen nötig ist |
| Änderungen dauern Wochen | Zugänge klären, Ablauf festlegen | wenn nur der frühere Ersteller ändern kann |
| Anfragen bleiben aus | Formular kürzen, Rufnummer sichtbar machen | wenn das Formular technisch nicht ankommt |
| Seite lädt langsam | Bilder verkleinern, Ballast entfernen | wenn das Bausystem selbst die Bremse ist |
Was mitgenommen wird und was ersetzt wird
Ein Relaunch ist kein Anfang bei null, sondern ein Umzug. Wer umzieht, sortiert vorher: Was hat einen Wert, der sich nicht neu kaufen lässt, und was wird an der neuen Adresse ohnehin ersetzt? Diese Sortierung findet vor dem ersten Entwurf statt, nicht danach. Wird sie übersprungen, entsteht die neue Seite aus dem, was gerade greifbar ist, und der aufgebaute Bestand aus mehreren Jahren bleibt zurück.
Mitgenommen wird alles, was Zeit gekostet hat und nicht beliebig reproduzierbar ist. Die Adressen der bestehenden Seiten gehören dazu, weil an ihnen die Bekanntheit hängt. Texte, in denen echtes Fachwissen steckt – die Erklärung eines Unterbaus, die Beschreibung eines Pflegeschnitts, die Aufstellung dessen, was in einem Festpreis enthalten ist – gehören dazu, auch wenn sie sprachlich überarbeitet werden. Baustellenfotos aus mehreren Jahren gehören dazu, weil sie sich in einer Woche nicht nachstellen lassen. Und Bewertungen samt Verzeichniseinträgen gehören dazu, weil sie an Profilen hängen, die den Umzug unbeschadet überstehen, sofern die hinterlegte Adresse angepasst wird.
Mitnehmen: Adressen
Jede erreichbare Adresse der alten Seite wird erfasst und erhält im neuen Aufbau ein Ziel. Diese Liste ist das wichtigste Dokument des gesamten Projekts und entsteht vor dem Bau.
Mitnehmen: Fachtexte
Abschnitte mit echtem Fachwissen zu Unterbau, Entwässerung, Schnittzeiträumen oder Pflegeintervallen werden übernommen und überarbeitet, nicht neu erfunden.
Mitnehmen: Bildbestand
Baustellenfotos, Vorher-Nachher-Paare und Detailaufnahmen aus mehreren Saisons sind der Bestand, der eine Galabau-Seite trägt. Sie werden gesichert, bevor irgendetwas abgeschaltet wird.
Ersetzen: Struktur
Eine Sammelseite für alle Gewerke wird durch je eine Seite je Gewerk und je Ort ersetzt. Erst dadurch entstehen Adressen, auf die ein Suchtreffer überhaupt verweisen kann.
Ersetzen: Bedienung
Menü, Schriftgrößen, Tippziele und Rufnummer werden für die abendliche Bedienung mit einer Hand gebaut. Das ist der Punkt, an dem sich Aufwand und Anfragezahl berühren.
Ersetzen: Formularweg
Das Anfrageformular wird neu aufgesetzt, mit Pflichtfeldern für Ort, Gewerk und Größenordnung, mit Bildupload und mit einem Empfangsweg, der im Betrieb geprüft wurde.
Bei den Bildern lohnt der zweite Blick. Häufig liegen die guten Aufnahmen gar nicht auf der Website, sondern auf den Telefonen der Poliere und in der Ablage des Büros, während auf der alten Seite dieselben vier Motive seit Jahren jede Leistung bebildern. Ein Relaunch ist der passende Anlass, den Bestand einmal zusammenzutragen und zu sortieren – wie das ohne Fotostudio gelingt, steht in unserem Beitrag zu Fotos für die Galabau-Website. Was in der Bestandsaufnahme nicht auftaucht, taucht auch auf der neuen Seite nicht auf.
Die Bestandsaufnahme vor dem ersten Entwurf
Die Bestandsaufnahme ist der unspektakulärste und zugleich folgenreichste Teil eines Relaunches. Sie beantwortet drei Fragen: Welche Adressen existieren heute? Wer hat Zugang zu welchem Baustein? Und welche Inhalte werden tatsächlich aufgerufen? Die dritte Frage lässt sich nur mit Zahlen beantworten, die vor dem Umschalten erhoben werden – danach ist der Vergleichsmaßstab weg. Wer nicht weiß, welche zehn Seiten die meisten Aufrufe hatten, kann nach dem Start auch nicht feststellen, ob etwas verloren gegangen ist.
Ein Betrieb wie Viktor Waldbauer Garten- und Landschaftsbau aus Nordstemmen deckt Sandplatten, Terrassen, Zisternen und komplette Gartenanlagen ab. Das sind vier Themen, die in der Bestandsaufnahme einzeln auftauchen müssen, wenn sie später einzeln gefunden werden sollen. Steht in der alten Seite alles in einem Absatz, ist genau das die Stelle, an der der Relaunch mehr leistet als jede Pflege: Aus einem Absatz werden vier Seiten mit je eigener Adresse, eigenen Bildern und eigenem Anfrageweg.
- Vollständige Adressliste ziehen: aus den Zugriffsprotokollen des Servers, aus der bestehenden Sitemap und aus allen bekannten Verweisen von außen
- Aufrufe der letzten zwölf Monate je Seite festhalten, damit nach dem Start ein Vergleich möglich ist
- Zugänge klären: Adressverwaltung, Serverzugang, Bausystem, Postfach des Formulars, Bewertungs- und Verzeichnisprofile
- Alle Dateien sichern, die nicht Teil der Seitenstruktur sind: Bilder in Originalgröße, Preisblätter, Merkblätter, Bewerbungsunterlagen
- Texte mit Fachwissen markieren, die übernommen und überarbeitet werden statt neu geschrieben zu werden
- Externe Verweise sammeln: Verzeichnisse, Verbandsprofile, Lieferantenseiten, Bewertungsprofile, gedruckte Unterlagen mit Adressangabe
- Rechtliche Seiten prüfen: Impressum, Datenschutzerklärung und Einwilligung im Formular gehören in die neue Struktur übernommen und im Einzelfall fachlich geprüft
- Festlegen, welche Seiten ersatzlos entfallen – und für jede von ihnen ein inhaltlich nächstliegendes Ziel bestimmen
Die letzte Zeile dieser Liste wird gern übersehen. Seiten entfallen bei jedem Relaunch, das ist normal: eine Aktion aus dem Jahr 2019, eine Leistung, die der Betrieb nicht mehr anbietet, drei Nachrichtenbeiträge ohne Substanz. Entscheidend ist nicht, ob sie entfallen, sondern wohin ihre Adresse künftig zeigt. Eine gelöschte Seite ohne Ziel ist eine Fehlerseite, und eine Fehlerseite ist der einzige Ausgang, den ein Besucher nicht wieder verlässt.
Weiterleitungen: hier geht Sichtbarkeit verloren
Wenn ein Relaunch Sichtbarkeit kostet, dann fast ausschließlich an dieser Stelle. Die neue Seite ist besser gebaut, schneller und vollständiger – und trotzdem gehen die Aufrufe zurück, weil hunderte alter Adressen ins Leere zeigen. Suchmaschinen finden dort nichts mehr, Verzeichniseinträge führen auf eine Fehlerseite, und der Kunde, der die Terrassenseite vor zwei Jahren gespeichert hat, landet im Nichts. Der Wert, der über Jahre entstanden ist, hängt nicht am Text, sondern an der Adresse, unter der der Text erreichbar war.
Das Mittel dagegen ist die dauerhafte Weiterleitung. Technisch ist das eine Antwort mit dem Statuscode 301: Diese Adresse ist dauerhaft umgezogen, das neue Ziel lautet so. Suchmaschinen übertragen die aufgebaute Bewertung damit auf die neue Adresse, Besucher merken von der Umleitung nichts. Der Statuscode 302 dagegen bedeutet nur eine vorübergehende Umleitung und wird für einen Relaunch nicht verwendet, weil die alte Adresse dabei die maßgebliche bleibt. Diese eine Ziffer ist der Unterschied zwischen einem Umzug und einem Neuanfang.
Die Zuordnung entsteht als Tabelle, Zeile für Zeile, und wird vor dem Umschalten fertiggestellt. Jede alte Adresse bekommt genau ein Ziel, und dieses Ziel ist die inhaltlich nächstliegende neue Seite – nicht pauschal die Startseite. Eine Sammelumleitung auf die Startseite ist bequem und wirkt aus Sicht des Betriebs harmlos, aus Sicht einer Suchmaschine ist sie kaum von einer Fehlerseite zu unterscheiden. Wer die alte Adresse zur Baumpflege auf die Startseite lenkt, wirft die Bewertung dieser Seite weg.
alte_adresse;neue_adresse;status;anmerkung
/index.php;/;301;Startseite
/leistungen.html;/leistungen/;301;Sammelseite bleibt als Übersicht
/leistungen.html#pflaster;/leistungen/pflasterarbeiten/;301;eigenes Gewerk
/leistungen.html#baumpflege;/leistungen/baumpflege/;301;eigenes Gewerk
/leistungen.html#winterdienst;/leistungen/winterdienst/;301;eigenes Gewerk
/referenzen.php?id=12;/referenzen/terrasse-nordstemmen/;301;Projekt übernommen
/aktion-fruehjahr-2019.html;/leistungen/gruenpflege/;301;Aktion entfällt, Thema passt
/team.html;/ueber-uns/;301;zusammengeführt
/kontakt.html;/kontakt/;301;Formular neu
/bilder/terrasse-gross.jpg;/img/referenzen/terrasse-01.jpg;301;Bildadresse aus Verzeichnissen
/preisliste-2018.pdf;/preise/;301;PDF entfällt, Inhalt auf SeiteDrei Regeln machen aus einer solchen Tabelle eine tragfähige Umleitung. Erstens: keine Ketten. Zeigt A auf B und B auf C, wird A direkt auf C gesetzt, sonst geht bei jedem Schritt Wirkung verloren und die Ladezeit steigt. Zweitens: Nicht nur Seiten umleiten, sondern auch Dateien – Bilder, Merkblätter und Preisblätter aus früheren Jahren stehen in Verzeichnissen und in verschickten Angeboten. Drittens: Die Liste wird nach dem Umschalten Zeile für Zeile geprüft, nicht stichprobenartig. Wie die lokale Sichtbarkeit nach dem Umzug wieder aufgebaut und gehalten wird, behandelt der Beitrag zur lokalen Sichtbarkeit im Galabau.
Die alte Seite nicht sofort abschalten
Die häufigsten Fehler beim Umzug
Die Fehler bei einem Relaunch sind erstaunlich gleichförmig. Sie entstehen selten aus Unkenntnis, sondern aus Zeitdruck am Tag des Umschaltens: Der Termin steht, die Seite ist fertig, die Liste ist es nicht ganz. Was dann in einer halben Stunde entschieden wird, kostet anschließend Monate. Die folgende Aufstellung enthält die Punkte, die in der Praxis am häufigsten auffallen.
Ein Relaunch verliert Sichtbarkeit nicht am Tag des Umschaltens, sondern in den Wochen davor, in denen niemand die Adressliste zu Ende geführt hat.
- Sammelumleitung aller alten Adressen auf die Startseite statt auf inhaltlich passende Ziele
- Der Sperrvermerk aus der Testphase bleibt aktiv, sodass die neue Seite für Suchmaschinen unsichtbar bleibt
- Weiterleitungsketten über zwei oder drei Stationen, entstanden durch mehrere Umzüge nacheinander
- Das Formular wurde gestaltet, aber nie mit einer echten Testanfrage aus dem Betrieb heraus geprüft
- Bilder und Preisblätter aus alten Angeboten wurden nicht umgeleitet und enden auf einer Fehlerseite
- Verzeichnis- und Bewertungsprofile verweisen weiter auf alte Unterseiten, weil dort niemand nachträgt
- Interne Verweise in Texten zeigen noch auf alte Adressen und laufen unnötig über eine Umleitung
- Der Umzug fällt in den März, wenn jede verlorene Anfrage unmittelbar Umsatz kostet
Der letzte Punkt ist kein technischer, aber der teuerste. Im Garten- und Landschaftsbau entscheidet sich ein erheblicher Teil des Jahresgeschäfts zwischen März und Juni. Ein Umzug in dieser Zeit trifft genau das Fenster, in dem eine kurzzeitige Schwankung der Sichtbarkeit unmittelbar auf die Auftragslage durchschlägt. Der geeignete Zeitraum liegt zwischen November und Februar: Die Anfragen sind ruhiger, im Betrieb ist Zeit für Bildauswahl und Textabstimmung, und bis zum Saisonstart sind Weiterleitungen geprüft und die neue Struktur erfasst.
Zwei Zahlen vor dem Umschalten festhalten
Ablauf und Dauer eines Relaunches
Ein Relaunch für einen Galabau-Betrieb mit einem knappen Dutzend Seiten dauert vom Auftrag bis zum Umschalten rund sechs Wochen (Projekterfahrung). Umfangreichere Auftritte mit eigenen Seiten je Gewerk und je Ort, mit Referenzgalerie und Karriereteil liegen darüber. Der Zeitbedarf verteilt sich dabei anders, als die meisten erwarten: Der Bau selbst ist der kürzere Teil, die längeren Abschnitte sind Bestandsaufnahme und Inhalte – Fotos auswählen, Texte abstimmen, Preisangaben festlegen.
Der wichtigste Terminfaktor ist deshalb nicht die Agentur, sondern die Rückmeldung aus dem Betrieb. Ein Textentwurf, der zwei Wochen auf dem Schreibtisch liegt, verschiebt den gesamten Plan um zwei Wochen. Es hilft, vorab eine Person im Betrieb zu benennen, die entscheidet, und feste Termine für die Abstimmung zu setzen – zwei Stunden im Kalender wirken hier mehr als jede Beschleunigung an anderer Stelle.
Woche 1: Bestandsaufnahme
Adressliste aus Protokollen und Sitemap ziehen, Aufrufe der letzten zwölf Monate sichern, Zugänge klären, Bilder und Dateien vollständig sichern. Am Ende dieser Woche steht fest, was mitgenommen und was ersetzt wird.
Woche 1 bis 2: Struktur und Zuordnung
Die neue Seitenstruktur wird festgelegt: je Gewerk eine Seite, je bedientem Ort eine Seite, dazu Referenzen, Karriere und Kontakt. Parallel entsteht die Zuordnungstabelle, in der jede alte Adresse ihr neues Ziel erhält.
Woche 2 bis 5: Bau und Inhalte
Aufbau der Seiten, Einarbeitung der Texte, Auswahl und Aufbereitung der Bilder, Einrichtung des Anfrageformulars mit Pflichtfeldern und Bildupload. Rechtliche Seiten werden übernommen und auf den neuen Stand gebracht.
Woche 5: Abnahme im Betrieb
Durchgang auf dem Telefon und am Rechner, Testanfragen über das Formular aus dem Betrieb heraus, Prüfung von Rufnummern, Öffnungszeiten und Einsatzgebiet. Erst wenn eine Testanfrage nachweislich im richtigen Postfach ankommt, wird der Termin bestätigt.
Woche 6: Umschalten
Die Adresse zeigt auf die neue Seite, sämtliche Weiterleitungen werden aktiviert, der Sperrvermerk aus der Testphase wird entfernt, die neue Sitemap wird eingereicht. Der Termin liegt auf einem Vormittag unter der Woche, nicht am Freitagabend.
Woche 6 bis 18: Kontrolle
Fehlerseiten werden wöchentlich ausgewertet und fehlende Ziele nachgetragen, Verzeichnis- und Bewertungsprofile auf die neuen Adressen gesetzt, Aufrufe und Anfragen gegen die Ausgangswerte gehalten.
Nach dem Umschalten ist der Relaunch nicht abgeschlossen. Die Wochen danach entscheiden darüber, ob die Weiterleitungen greifen und ob Adressen fehlen, an die vorher niemand gedacht hat. Diese Nacharbeit ist überschaubar, aber sie muss stattfinden – und zwar in den ersten drei Monaten, nicht im nächsten Winter.
Die ersten Wochen nach dem Umschalten
In den ersten Tagen nach dem Umzug schwanken die Zahlen. Suchmaschinen brauchen Zeit, um die neuen Adressen zu erfassen und die Weiterleitungen auszuwerten; ein Rückgang der Aufrufe in den ersten zwei bis drei Wochen ist üblich und noch kein Anlass zur Sorge. Anlass zur Sorge besteht, wenn nach sechs bis acht Wochen keine Erholung erkennbar ist oder wenn in der Auswertung der Fehlerseiten dauerhaft Adressen auftauchen, die in der Zuordnungstabelle fehlen.
Praktisch heißt das: einmal wöchentlich die Liste der nicht gefundenen Adressen durchgehen und jede darin auftauchende Adresse entweder umleiten oder bewusst als entfallen bestätigen. Diese Prüfung dauert nach der ersten Woche selten länger als eine Viertelstunde und ist die wirksamste Einzelmaßnahme nach dem Start.
Zur Nacharbeit gehört auch, was außerhalb der eigenen Seite liegt. Verzeichniseinträge, das Unternehmensprofil, Verbandsseiten, Lieferantenverzeichnisse und Bewertungsprofile tragen häufig alte Unterseiten als Verweis. Diese Einträge aktualisieren sich nicht von selbst. Eine Stunde Durchsehen im Monat nach dem Umzug räumt den größten Teil davon ab und sorgt dafür, dass die Weiterleitungen nicht dauerhaft die Arbeit erledigen müssen, die ein korrigierter Verweis besser erledigt.
Was der Relaunch kostet und was das Abwarten kostet
Für einen Galabau-Betrieb beginnt eine neue Website bei 1.490 Euro netto (eigene Preisliste); umfangreichere Auftritte mit eigenen Seiten je Gewerk, Ortsseiten und Referenzgalerie beginnen bei 2.900 Euro netto (eigene Preisliste). Dazu kommen laufende Pflege und Hosting ab 39 Euro im Monat (eigene Preisliste) sowie, falls der Bildbestand aufbereitet werden soll, die Fotoaufbereitung ab 290 Euro (eigene Preisliste). Die vollständige Aufstellung steht auf der Seite Preise. Der Aufwand für Bestandsaufnahme und Weiterleitungen ist dabei kein Zusatzposten, sondern Bestandteil des Umzugs.
Dem gegenüber steht die Frage, was das Abwarten kostet. Sie lässt sich nicht als Rechnung darstellen, aber eingrenzen: Wie viele Anrufe im letzten Jahr begannen mit einer Frage, die auf der Website hätte stehen können? Wie viele Anfragen kamen aus Orten, für die es keine eigene Seite gibt? Wie oft wurde eine Bewerbung nicht abgeschickt, weil der Karriereteil aus einer PDF-Datei von 2021 besteht? Diese Zahlen liegen im Betrieb vor, sie sind nur nirgends notiert.
Der Relaunch ist ein Winterprojekt